Auf den Spuren der Römer – Eine Exkursion zur Saalburg mit Prof. Dr. Thomas Paulsen
Gemeinsam mit unserer Lehrerin Frau Kraft unternahm unser Latein-Leistungskurs am 09.06.2026 eine Exkursion zur Saalburg. Früh am Morgen machten wir uns mit der Bahn auf den Weg. Nach der Zugfahrt stand noch ein etwa 40-minütiger Fußweg zur Saalburg bevor, der durch die schöne Landschaft des Taunus führte. Auch wenn der Anstieg stellenweise etwas anstrengend war, freuten wir uns darauf, unser Ziel zu erreichen.
Die Saalburg ist ein rekonstruiertes römisches Kastell am UNESCO-Welterbe Limes und vermittelt einen eindrucksvollen Eindruck davon, wie ein römisches Militärlager vor fast 2.000 Jahren ausgesehen haben könnte. Schon beim Betreten des Geländes fallen die hohen Mauern, die Wachtürme und das große Tor auf. Die Anlage wirkt wie eine kleine Zeitreise in die Antike und lässt die römische Vergangenheit lebendig werden.

Besonders interessant war die Führung von Prof. Dr. Thomas Paulsen, dem ehemaligen Professor der Goethe-Universität für Klassische Philologie mit den Schwerpunkten Altgriechisch und Latein. Er erklärte uns nicht nur die Geschichte der Saalburg, sondern erzählte auch viel über das Leben der römischen Soldaten, ihre Aufgaben am Limes und den Alltag in einem Kastell. Durch sein umfangreiches Wissen konnte er viele spannende Hintergründe vermitteln und unsere Fragen ausführlich beantworten. Die Führung war dadurch sehr informativ und bot zahlreiche interessante Einblicke in die Welt der Römer.
Während unseres Rundgangs konnten wir verschiedene Bereiche der Anlage besichtigen. Dazu gehörten unter anderem die Unterkünfte der Soldaten, das Hauptgebäude des Kastells sowie die Ausstellungen mit zahlreichen archäologischen Funden. Besonders beeindruckend war, wie detailliert viele Bereiche rekonstruiert wurden. Dadurch konnte man sich gut vorstellen, wie das Leben in einem römischen Kastell damals ausgesehen haben könnte.
Ein besonderes Highlight unseres Besuchs war der berühmte bronzene Pferdekopf, der heute in der Saalburg ausgestellt ist. Das außergewöhnliche Fundstück gehörte ursprünglich zu einer vergoldeten Reiterstatue aus der Römerzeit und wurde bei Ausgrabungen in Waldgirmes entdeckt. Dort befand sich einst eine römische Siedlung, die nicht als Militärlager, sondern als zivile Stadt geplant war. Nach dem Rückzug der Römer wurde die Statue zerstört und der Pferdekopf in einem Brunnen vergraben, wo er fast 2.000 Jahre lang verborgen blieb. Besonders beeindruckend waren nicht nur die Größe und die kunstvolle Gestaltung des Fundstücks, sondern auch die spannende Geschichte hinter seiner Entdeckung. Der Pferdekopf verdeutlicht eindrucksvoll, welchen Einfluss das Römische Reich auch in den Gebieten des heutigen Deutschlands hatte.

Nach der Führung hatten wir noch Zeit, das Gelände selbstständig zu erkunden. Dabei konnten wir die Ausstellungen genauer ansehen, Fotos machen und die besondere Atmosphäre der Anlage auf uns wirken lassen. Zwischen den historischen Gebäuden und den umgebenden Wäldern entstand eine ruhige und zugleich eindrucksvolle Stimmung, die den Besuch zu einem besonderen Erlebnis machte. Es war interessant, die Orte, über die wir sonst meist nur im Unterricht sprechen, einmal direkt vor Augen zu haben.
Insgesamt war die Exkursion zur Saalburg für unseren Kurs eine sehr interessante und lehrreiche Erfahrung. Sie ermöglichte es uns, die Inhalte des Lateinunterrichts außerhalb des Klassenzimmers zu erleben und einen anschaulichen Eindruck von der Welt des antiken Rom zu gewinnen. Der Ausflug zeigte uns, dass Geschichte nicht nur in Büchern stattfindet, sondern an Orten wie der Saalburg auf spannende Weise erlebbar wird.


Herzlichen Dank noch einmal an Prof. Dr. Thomas Paulsen!
Text: Anna Dvorak (Q2)






































































