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Schulwettbewerb „Jugend debattiert“

Am 15. Dezember 2025 fand an unserer Schule der diesjährige Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ statt. In spannenden und sachlich fundierten Debatten zeigten unsere Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll, wie wichtig Argumentationsfähigkeit, Perspektivwechsel und respektvoller Austausch für eine lebendige Demokratie sind.

Alle Klassen der Jahrgänge 8 und 9 entsandten jeweils ihre zwei Klassensiegerinnen bzw. Klassensieger in den Wettbewerb. Zusätzlich traten acht Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II gegeneinander an.

Insgesamt gab es zwei Qualifikationsrunden, in denen aktuelle und gesellschaftlich relevante Fragestellungen debattiert wurden:

  • Soll es einen alljährlichen Schüleraustausch zwischen alten und neuen Bundesländern geben?
  • Soll für das Fahren von E-Scootern eine Führerscheinpflicht gelten?
  • Soll ein elternunabhängiges BAföG für alle Studierenden eingeführt werden?
  • Soll eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden?
Die vier besten Debattantinnen und Debattanten qualifizierten sich für das Finale, das vor großem Publikum in der Aula stattfand. Dort wurde engagiert und auf hohem Niveau die Frage diskutiert:
 „Sollen Schülerinnen und Schüler ihre Schule selbst putzen?“ Platzierungen Sekundarstufe I:
  1. Hannah Bälz (9a)
  2. Emma Duarte (8a)
  3. Mara Tluck (9a)
  4. Jule Tschierschke (9d)


Platzierungen Sekundarstufe II:

  1. Alexander am Ende (Q3)
  2. Adrian Nowak Clincy (Q3)
  3. Hendrik Morgenstern (Q1)
  4. Meryem Uysal (Q1)


Die Erst- und Zweitplatzierten beider Altersstufen haben sich für die nächste Wettbewerbsstufe, den Regionalwettbewerb am 03.02.2026, qualifiziert. Dort werden sie unsere Schule gegen andere Frankfurter Schulen vertreten.

Wir gratulieren allen Teilnehmenden herzlich zu ihren Leistungen und wünschen unseren Qualifizierten für den weiteren Wettbewerb viel Erfolg!

Text und Fotos (in der Aula): Jessica Rother

Fotos (im Studio): Flora Yao (8b)

Weihnachtskonzert 2025

Diesmal schon am 9. Dezember fand das Weihnachtskonzert unserer Schule statt. Um 19.00 Uhr begann der Unterstufenchor mit den Liedern „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Heute leuchten alle Sterne“ sowie „Feliz Navidad“. Danach spielte Rémi Albinet auf seinem Akkordeon das Lied „Freilachs fun Gilrod un Sandler“. Nach Rémi kamen Kaien Otake und Nadja Zimmer mit einem „Duo für zwei Celli op.53 Nr. 3, con Moto“, danach der Musik LK mit „Es ist ein Ros‘ entsprungen“, Valentin Schlömp mit „Gewitter, op.109 Nr.13“ am Klavier und Darvin Ning mit „Spinnerlied, op.67 Nr. 4“. Zum Abschluss des ersten Teils hörten wir von dem Kollegiums-Chor unter der Leitung von Frau Nickel „Wisst ihr noch, wie es geschehen“ und „Still, still, still“.

Und wer nun noch nicht in Stimmung gekommen war, der konnte noch einem wunderschönen Stück der E- und Q-Phase lauschen, nämlich „ Als ich meinen Schafen wacht“. Nach diesem Stück war der erste Teil vorbei, und man konnte vor dem zweiten Teil Erfrischungen zu sich nehmen oder auch eine Spende in die offenen Geigenkoffer werfen, die für neue Instrumente für das Orchester gedacht sind. (Danke hierbei auch an die lieben Spender!) Als dann der zweite Teil mit einer kurzen Verzögerung begann, starteten auch hier die Orchester der Unterstufe (mit Mitgliedern des Mittelstufen-Orchesters). Hier konnten die Zuhörer den Stücken „Sword Dance“ und „Noël in France“ unter der Leitung von Herr Schmidt lauschen. Dann erklangen verschiedene Soli von Clara Schroiff und Liv Steffman („Drei Knäbchen jung, schön, hold und Weise“), Cornelia Beyer und Victoria Schroiff („Les Anges dans nos campagnes“ bzw. „Fröhliche Weihnacht überall“), Siyi Elly Yang und Liv Steffmann („Let it Snow“).

Dann folgte ein Spiegelduo von Darwin Ning und David Mikus, wobei man anmerken muss, dass Herr Schmidt die Bedeutung eines Spiegelduos sehr schön veranschaulicht hat. Andreas Beyer und Johanna Zerlik spielten den „Walzer op.39 Nr. 11 und 15“, Constanze Poppe und Eva Schäfer „The Infant Paganini“, Ella Wethmar die „Klaviersonate Nr. 10 G- Dur“, Mariner Dökmeci Maurenza das „Album für Jugend“. Hiernach erklang ein Duo am Klavier von Herrn Schmidt und Frau Nickel („God Rest Ye Merry, Gentleman“) und nach all diesen tollen Vorstellungen erfuhren wir endlich von Herrn Dr. Köhler, wer dieses Jahr den Weinstock-Preis gewinnen würde: Nämlich unsere großartige Theater AG und außerdem Franziska Schwamm, die sich sehr um die Musikarbeit der Schule verdient gemacht hat. Nach der Rede des Direktors begann der Jazzchor „Frosty the Snowman“ zu singen und danach endete das diesjährige Weihnachtskonzert mit „Rocking Around at the Christmas Tree“. Und damit verließen dann alle in aufgeräumter Weihnachtsstimmung das Schulgebäude. Merry Christmas!

Text und Fotos: Lidia Duarte (6d)

Empfänger unbekannt

Am 10.11.25 hatten die Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q3 die Möglichkeit, die Inszenierung des Werkes „Empfänger unbekannt“ von Kressmann Taylor zu sehen. Ermöglicht wurde dies dankenswerterweise durch Unterstützung der Frankfurter Bürgerstiftung.

Das Stück beginnt ungewöhnlich. Die beiden Schauspieler, Manuel und Michael Klein, spielen eine Runde „Schnick Schnack Schnuck“ darum, wer welchen Charakter in der Aufführung übernimmt. Der Verlierer, Michael Klein, übernimmt die Rolle des Martin, der später im Stück zum brennenden Nationalsozialisten wird. Als Gewinner fällt Manuel Klein die Rolle des jüdischen Max zu. Die fingierte Zufälligkeit der Rollenzuteilung verdeutlicht die Trennung von Schauspielern und Rolle und zeigt vor allem eines: Hass und Ausgrenzung können jeden treffen, die Geschichte der beiden Freunde ist kein Einzelfall.

Sobald das Stück beginnt, wird allmählich klar, dass es sich nicht um eine einfache Vorlesung des Buches von Taylor Kressmann, geschrieben 1938, handelt. Es ist viel eher ein lebendiger Dialog mit Buch in der Hand. Der Briefroman „Empfänger unbekannt schildert die Geschichte zweier Männer: des Juden Max, der in den USA wohnt, und von Martin, der zurück nach Deutschland zieht. Die beiden Freunde, welche auch Geschäftspartner sind, bleiben zunächst in gutem, regem Kontakt. Sie schreiben über die gemeinsame Kunstgalerie, über Martins neues Leben und gemeinsame, alte Freunde. Doch allmählich wandelt sich der anfänglich amikale Ton seitens Martin. In seinen Briefen spiegelt sich immer deutlicher die nationalsozialistische Propaganda wider. So entwickelt er eine Bewunderung für Adolf Hitler und dessen nationalsozialistische Ideen, innerhalb des Regimes gelingt ihm zu dem der gesellschaftliche Aufstieg. Sein jüdischer Freund beobachtet dies mit Schrecken. In seinen Briefen spiegelt sich Ungläubigkeit und er bittet seinen Freund um ein Zeichen, ein Zeichen, dass dies nicht seine wahre Meinung ist, dass er aus Angst oder Opportunismus diese von Judenhass getränkten Briefe schreibt. Er wird enttäuscht. Die Verletztheit, Überraschung und Empörung von Max über den Wandel seines einst liberalen Freundes lässt sich nicht nur inhaltlich in seinen Briefen, sondern auch auf dem Gesicht des Schauspielers erkennen. Darin liegt die Genialität der Aufführung. So wird zum einen vermittelt in welchem Ton, welcher Gefühlslage der Brief geschrieben wurde, etwa durch Mimik und Gestik des sprechenden bzw. schreibenden Schauspielers, zum anderen aber auch die Reaktion des zuhörenden bzw. lesenden Gegenübers. Zu dem bleibt das Publikum nicht unbewegt, während Martins antisemitischen Tiraden, gleicht der Gesichtsausdruck der Zuschauer der schockierten, verwirrten und traurigen Mimik von Max. Der aggressive Ton seines Freundes, die beinahe wahnhaften Handbewegungen, lassen das Publikum erschrecken, wütend werden und besonders mit Max, der verzweifelt an das Herz seines Freundes appelliert, mitfühlen. Zu dieser emotionalen Stimmung trägt auch der Bühnenaufbau bei. Schließlich kreiert die Stuhlanordnung in der Aula zwei Seiten an Schülern und Lehrern, die sich gegenübersitzen, und insgesamt einen kreuzförmigen, die Zuschauerschaft viertelnden Gang, auf dem die Schauspieler sich bewegen. Diese nutzen den Raum gekonnt, so bewegt sich Max beim Zuhören eines hasserfüllten Monologes von Martin unruhig hin und her und steht dabei teilweise mitten im Publikum. Die physische Entfernung, die dabei entsteht, akzentuiert die sich bildende Distanz zwischen den Freunden, die Martin durch seine verletzenden Worte und menschenfeindlichen Ansichten erschafft. 

Auch als Martin die Freundschaft später wegen seines Rassenwahns beendet, bricht der Kontakt der ehemaligen Freunde nicht ab.  Max sorgt sich nämlich um seine Schwester, an sie adressierte Briefe kommen zurück mit dem Stempel „Empfänger unbekannt“. Da sie als Jüdin in Deutschland lebt und täglich mit Hass konfrontiert wird, fürchtet ihr Bruder um sie. Martin gesteht schließlich, sie abgewiesen zu haben, als sie, verfolgt von der SS, zu ihm kam. Er habe nur noch ihre Schreie gehört. Dies ist der Grund, aus welchem die Briefe zurückgeschickt werden. Trotz des Verrates bricht der Kontakt seitens Max nicht ab, auch wenn er keine Antwort mehr erhält, schreibt er ohne Unterlass scheinbar geschäftliche Briefe an seinen Freund. Die Stimmung kippt weiter. So jagt der Schauspieler von Martin den von Max mit einem Stuhl über die Bühne. Eines Tages landet dann eine überraschende Antwort von Martin im Briefkasten von Max. Flehend und verzweifelt bittet dieser Max aufzuhören ihm zu schreiben, denn dies habe Konsequenzen für ihn. So werde er von der Obrigkeit verdächtigt, dass die Briefe einen versteckten Code enthalten. Martin verliert seinen Job, sowie seine gesellschaftliche Position. Das Regime, für welches er brannte, von welchem er profitierte, wendet sich nun auch gegen ihn. Für einige Momente herrscht Schweigen in der Aula. Dann trifft Max eine folgenschwere Entscheidung: Er schreibt weiter an seinen ehemaligen Freund. Plötzlich drückt ihm Martin die Kopie des Buches, aus welchem die Schauspieler lesen, in die Hand und stürmt aus dem Raum. 

Der letzte Brief von Max kam zurück, gestempelt mit den Worten: „ Empfänger unbekannt“.

Wieder erfüllt sekundenlanges Schweigen die Aula, bis die beiden Schauspieler wieder auf die Bühne treten. Nun ergießt sich ein minutenlanger Applaus über die sich verbeugenden Schauspieler. Jegliche Erwartungen wurden übertroffen. 

Nachdem das Klatschen verklungen ist, beginnen die Schüler Kritik und Fragen zu äußern. Alles in allem wurde das Stück sehr positiv aufgenommen und als fesselnd beschrieben Die Nähe an den Zuschauern durch die ungewöhnliche Anordnung der Stühle, Emotionen, Gestik, und Mimik werden gelobt, aber auch das Nutzen der Requisiten. Stühle und Gläser, mit denen die Schauspieler interagieren, verleihen der Aufführung noch mehr an Lebhaftigkeit. Weiter ergeben sich interessante Gespräche mit den Schauspielern und erste Interpretationsansätze der Inszenierung. Die Kleidung der Charaktere könnte so beispielsweise deren Persönlichkeiten widerspiegeln. Als aufsteigender, linientreuer Mann in Nazi-Deutschland trägt Martin einen Anzug. Max hingegen, wirkt durch Rollkragenpullover und Jeans bodenständiger, lockerer und nahbarer. Schließlich wird auch die moderne Relevanz des Stückes hinsichtlich der Polarisierung der Gesellschaft angesprochen. Als die Schüler die Aula schließlich verlassen, klingen die Gespräche über das Stück nicht ab und es lässt uns nachdenklich zurück.

Text: AG Schülerredaktion: Johanna Schilling (Q1)

Fotos: Iris Hofmann und Julia Kerfin

Zeitzeugengespräch mit Eva Szepesi

Am 12. Juni durften die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und Q2 in der Aula einen ganz besonderen Gast begrüßen: Eva Szepesi, eine 92-jährige Holocaust-Überlebende kam zu uns, um aus ihrem autobiografischen Roman vorzulesen und mit uns über ihre Kindheit in Ungarn, ihre Flucht vor den Nationalsozialisten in die Slowakei und ihre erschütternden Erlebnisse in Auschwitz und danach zu sprechen. Ihr Besuch hinterließ einen bleibenden Eindruck und erinnerte uns eindrücklich daran, wie wichtig Erinnern und Aufklären ist.

„Ich wollte überleben, ich wollte nach Hause.“

Auf die Frage, ob sie während der Zeit in Auschwitz jemals Hoffnung verspürte, antwortete sie ohne zu zögern: Ja, sie habe immer Hoffnung gehabt. Der Gedanke an ihre Familie und der starke Wille, nach Hause zurückzukehren, hätten sie am Leben gehalten.

Warum sie sich als 16-Jährige ausgab

Sie berichtete, dass sie damals in Auschwitz behaupten musste, bereits 16 Jahre alt zu sein – obwohl sie erst 12 war. Nur wer als arbeitsfähig galt, wurde nicht sofort ermordet. Diese Entscheidung rettete ihr das Leben.

„Es war schlimmer, als man es sich vorstellen kann.“

Auf die Frage, ob Filme die Realität in den Konzentrationslagern korrekt darstellen, sagte sie: „Es war genau so – wenn nicht schlimmer. Die Soldaten hatten Freude daran, uns zu schlagen, uns zu demütigen.“

Der schmerzhafte Besuch in Auschwitz Jahrzehnte später

Viele Jahre später kehrte sie zurück nach Auschwitz. Ein Moment, den sie als „unbeschreiblich“ bezeichnete. Sie hatte Angst vor dem, was sie dort über das Schicksal ihrer Familie erfahren würde. Lange Zeit hatte sie gehofft, dass sich Mutter und Bruder vielleicht irgendwo versteckt hatten. Als sie ihre Namen auf den Gedenktafeln fand, wurde ihr klar, dass sie nie zurückkehren würden. Sie brach emotional zusammen – fast bewegungsunfähig. Ihre Tochter meinte, es sei dennoch gut gewesen, um damit abschließen und trauern zu können.

„Man kann Auschwitz nicht vergessen.“

Ob es Tage gebe, an denen sie nicht an Auschwitz denke? „Nein, das kann man nicht ausblenden“, sagte sie. Das Erlebte begleite sie ihr ganzes Leben. Erst Jahrzehnte nach dem Krieg begann sie überhaupt darüber zu sprechen – bis 1995 hatte sie das Thema vollständig verdrängt.

Flucht, Rückkehr und Leben nach dem Krieg

Nach dem Krieg zog sie wegen ihres Mannes von Ungarn nach Frankfurt, vorerst nur für zwei Jahre. Als sie 1956 im Urlaub in Ungarn von der Revolution überrascht wurden, gingen sie zurück nach Deutschland – und blieben für immer. Ihre Tätowierung trägt sie noch heute: „Sie gehört zu mir“, sagte sie.

Begegnung mit den Nachbarn nach dem Krieg

Bei ihrer Rückkehr wurde sie von ihrer Nachbarin schockiert angesehen – niemand hatte erwartet, dass jemand überlebt und zurückkommt. Sie selbst mied den Kontakt mit vielen Bekannten aus der Zeit vor dem Krieg.

Aktuelle Entwicklungen und Verantwortung heute

Angesichts des heutigen Wiederauflebens von Antisemitismus äußerte sie Besorgnis. Sie selbst habe in der Vergangenheit für einen Vortrag sogar schon Polizeischutz erhalten. Ihre klare Botschaft: „Nicht schweigen. Der Holocaust begann mit Worten, mit Diskriminierung – nicht erst in Auschwitz.“

Sie warnte davor, alles zu glauben, was man auf Plattformen wie TikTok sieht, und rief uns Schülerinnen und Schüler dazu auf, gegen Ungerechtigkeit Stellung zu beziehen.

Glaube und Zweifel

Auf die Frage, wie die Erlebnisse ihren Glauben beeinflusst haben, sagte sie ehrlich: „Er hat gelitten.“ Als Kind hatte sie jeden Abend gebetet – nach dem Krieg konnte sie sich nicht erklären, wie so etwas passieren konnte, wenn es einen gerechten Gott gebe.

Antisemitismus nach dem Krieg

Persönlich sei sie nach dem Krieg nicht mehr direkt mit Antisemitismus konfrontiert worden – in den Medien hingegen sehr wohl.

Hass? – „Ich habe so viel Liebe erfahren.“

Trotz allem, was sie erlebt hat, verspüre sie keinen Hass gegenüber Deutschen. Im Gegenteil: Sie betont, dass sie hier sehr viel Liebe und Unterstützung erfahren habe. Sie versuche, das Gute im Menschen zu sehen – und wer dieses Gute nicht zeige, mit dem wolle sie nichts zu tun haben.

Ein bewegender Appell an unsere Generation

Der Besuch von Eva Szepesi war für uns alle tief bewegend. Ihre Offenheit, ihre Stärke und ihr Appell an uns, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen, haben uns zum Nachdenken gebracht. Es liegt nun an uns, ihre Geschichte weiterzutragen – damit sich so etwas nie wiederholt.

von Amalia Alamri (Q2)

„Die Erben der Arisierung“

Am Montag, den 19.05.2025, besuchte der freie Autor und Journalist Armin H. Flesch das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium, um uns, der Q2, in seinem Vortrag „Die Erben der Arisierung“ etwas über die Zeit des Nationalsozialismus zu erzählen.

Herr Flesch beschäftigt sich seit 2014 mit der „Arisierung“ – also der Enteignung der deutschen und europäischen Juden in den Zeiten des Nationalsozialismus. Dieses Thema reicht bis in unsere Gegenwart, da materielle und soziale Folgen dieser Enteignung bis heute nachwirken. Da sich die Schüler der Q2 gerade im Geschichtsunterricht mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen, war der Vortrag sehr passend und reichte über den Schulunterricht hinaus, was sehr spannend war. Wir erfuhren viele neue Dinge, von denen viele nichts wussten und die wir sonst vielleicht auch nie erfahren hätten. Zum Beispiel, dass es Firmen hier in Frankfurt am Main gibt, die aus der „Arisierung“ stammen und dass die Enteignung auch nach dem Ende der Naziherrschaft nicht rückgängig gemacht wurde. Viele ehemalige jüdische Firmenbesitzer lebten in Armut bis zu ihrem Lebensende, erzählte uns Herr Flesch.

Leider sind die Themen im Geschichtsunterricht zeitlich sehr dicht, sodass man auf solch ein Thema meistens gar nicht oder nur wenig zu sprechen kommt, weshalb wir Herrn Flesch sehr dankbar sind, dass er sich die Zeit genommen hat, seine Recherchen und sein Wissen mit uns zu teilen! Herr Flesch warf zu Ende seines Vortrags die Frage auf nach Kontinuitäten und der heutigen Bedeutung dieser Problematik. Hiermit haben wir uns anschließend im PoWi-Unterricht weiter auseinandergesetzt.

Danke, dass Sie da waren, Herr Flesch!

Text: Alma Hunnius, Q2

Jazzkonzert 2025

Am Donnerstag vor den Osterferien fand das diesjährige Jazzkonzert statt. Alle Schul-Big-Bands, der Jazzchor und auch die Lehrerband waren zu hören …

Vorankündigung: Frankfurt liest ein Buch

Liebe Schulgemeinde, liebe Gäste,

im Rahmen des 16. Lesefests „Frankfurt liest ein Buch“ laden wir herzlich zu einer besonderen Veranstaltung ein: 
Am 30. April 2025 um 18:00 Uhr begrüßen wir den Autor Dirk Kurbjuweit zu einer Lesung in unserer Aula – ein weiterer Höhepunkt unserer Reihe „Gagern-Live“.
Gelesen wird aus „Nachbeben“, dem für dieses Jahr ausgewählten Roman. Er rückt das Frankfurt der Banken, der Börse und der Geldpolitik in den Mittelpunkt – eine Seite der Stadt, die im Lesefest bislang kaum beleuchtet wurde. Kurbjuweit erzählt vom Leben eines jungen Bankers, dessen Karriere und Überzeugungen durch persönliche wie gesellschaftliche Umbrüche erschüttert werden. Der Blick von der Erdbebenwarte am Kleinen Feldberg auf die Skyline Frankfurts wird dabei zum eindrucksvollen Bild für innere und äußere Spannungen.
Die Lesung und das anschließende Gespräch mit dem Autor werden von Oberstufenschülerinnen und -schülern moderiert. Danach ist auch das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen.
Der Eintritt ist frei – über eine Spende zur Unterstützung unserer kulturellen Arbeit freuen wir uns sehr.
Einlass ist ab 17:40 Uhr.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen anregenden Abend!

Orchesterkonzerte

Am Donnerstag, den 27.2., und Freitag, den 28.2.2025, fanden in der Aula der Schule die jährlichen Orchester- und Bandkonzerte statt. Nach einer kurzen Ansprache von Herrn Dr. Köhler begrüßte das Kleine Orchester die Zuhörer mit einem Marsch und einem Boogie. Danach herrschte für alle Kinder, die auch im Mittleren Orchester spielten, Hektik hinter der Bühne, denn sie mussten sich schnell umziehen: von weißem zu schwarzem Oberteil.

Das Publikum begrüßte dann das Mittlere Orchester (alle in schwarzen Oberteilen) mit einem heftigen Applaus. Es wurde Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik gespielt, gefolgt von ,,Mamma Mia” und dem Triumphmarsch aus der Oper ,,Aida”. Danach war die Oberstufen-Band dran. Sie spielte ,,Hit the Road, Jack” von Percy Mayfield. Dieser sehr bekannte Jazz-Hit wurde von der Band sehr abwechslungsreich dargeboten und stellte einen schönen Gegensatz zu den ganzen ,,braven” Orchesterstücken dar, sodass es großen Spaß machte zuzuhören.

Im Anschluss gab es eine kurze Pause, in der man sich ein kühles Getränk holen konnte. Nach der Pause ging es dann weiter mit der Nr. 3 aus Johann Sebastian Bachs Orchestersuite in D-Dur. Gespielt wurde diese (sowie auch die restlichen Stücke) von dem Oberstufen-Orchester. Nun gab es ein Moderato aus Joseph Haydns Konzert für Violoncello und Orchester in C-Dur, bei dem Alexander Beyer (Q4) das Violoncello (ohne Noten wohlgemerkt) spielte. Das war schon eine Glanzleistung, aber es ging noch weiter. Als Nächstes spielte das gesamte Oberstufen-Orchester aus der Suite Nr.1 aus ,,Frösöblomster” von Wilhelm Peterson-Berger erst Sommerlied und Gratulation. Nun kam von Vittorio Monti das Stück ,,Csardas” für Violine und Orchester. Die Violine spielte dabei Elias Scholz Papazoglou (Q4) (wieder ohne Noten). Nachdem dieses Stück mit Bravour bestanden war, wurde zum krönenden Abschluss noch ,,West Side Story” von Leonard Bernstein gespielt. Dazu hatte sich das Orchester einen lustigen Streich ausgedacht: es wurde so getan, als ob der Schlagzeuger (der in diesem Stück Triangel gespielt hat) angerufen wurde. Er ging dran und sagte, dass die Person, die am Handy war, überall suchen sollte. Dann kam der Plot-Twist, bei dem er sagte, er fände seinen Einsatz nicht.

Dann wurde weitergespielt und es war alles wieder beim Alten. Dieser Streich war eine tolle Auflockerung. Nachdem das Konzert am Donnerstag beendet war, kam für die Fünft- bis Siebtklässler im Orchester die gute Nachricht: Sie alle durften am Freitag erst zur 2. Stunde in die Schule kommen. Das war doch mal fair!

Text: AG Schülerredaktion: Carlota (7d)

Fotos: Christoph Genzel

Ergebnisse der Juniorwahl: Grüne vor CDU, Nouripour Sieger bei Erststimme

In der Woche vor den vorgezogenen Bundestagswahlen am 23. Februar 2025 fand am Gagern wieder die Juniorwahl statt: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis Q4 erhielten dazu in der Vorwoche eine Wahlbenachrichtigung und konnten dann vom 17. bis 21. Februar 2025 in der Aula am eigentlichen Wahlakt teilnehmen – und zwar vollständig so wie bei der „richtigen Wahl“ – inklusive eines Stimmzettels, der bis auf den Hinweis auf die Juniorwahl exakt dem Original entspricht.

Die Juniorwahl, eines der bundesweit wichtigsten Projekte der politischen Bildung, dient nicht nur dem Erlernen der Funktion und Organisation demokratischer Wahlen, sie bildet auch durchaus den politischen Willen jüngerer Menschen ab – vor dem Hintergrund der Diskussion um das von der „Ampel“ auf 16 Jahre abgesenkte Mindestwahlalter bei der Europawahl somit mehr als eine Simulation ohne weitere Bedeutung.

Das Gesamtergebnis der Juniorwahl für Deutschland ist auf der Projektwebseite verfügbar: https://www.juniorwahl.de

Abgestimmt haben am Gagern insgesamt 489 Schülerinnen und Schüler; davon waren (nur) sechs Stimmzettel ungültig. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,2 % – was vergleichsweise niedrig ist und offenbar insbesondere der Grippewelle geschuldet.

Erststimmenergebnis

Bei den Erststimmen sind in der Ergebnisgrafik nur Kandidatinnen und Kandidaten aufgeführt, die mindestens eine Stimme erhielten. „Sonstige“ Parteien bei den Zweitstimmen sind die MLPD und das „Bündnis Deutschland“.

Vielen Dank an die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Politik & Wirtschaft der Q2, die die Funktion des Wahlvorstands übernommen und die Endauszählung durchgeführt haben!

Herzliche Einladung zum Tag der offenen Tür am 08. Februar 2025




Sehr geehrte Damen und Herren,

auch in diesem Jahr werden sich an den Samstagen im Januar und Februar wieder die „Tage der offenen Tür“ an den weiterführenden Schulen häufen. Angesichts der Fülle der Terminangebote sind Sie als Eltern in der nicht ganz einfachen Situation, wohlbegründet eine Auswahl treffen zu müssen. Wenn Sie Interesse daran haben zu erfahren, was ein modernes humanistisches Gymnasium ist, wie man dort unterrichtet, lernt und lebt, warum und wie dieses humanistische Gymnasium seinen Schülerinnen und Schülern das Abitur bereits nach 8 Jahren ermöglicht, wenn sie also einmal ein Gymnasium mit vielen Alleinstellungsmerkmalen kennenlernen möchten, sollten Sie unbedingt den Termin für unseren „Tag der offenen Tür“ vormerken, nämlich Samstag, den 08. Februar 2025, in der Zeit zwischen 8.30 bis 12.30 Uhr.

Das Programm für den Tag der offenen Tür finden Sie hier.

Im Schuljahr 2020/21 erhielt das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium vom Hessischen Kultusministerium die Anerkennung als pädagogisch selbstständige Schule mit garantierten Profilschwerpunkten und einem Schulkonzept, in dem die Inhalte und Methoden verschiedener Fächer so gut und durchdacht aufeinander abgestimmt sind, dass es den Schülerinnen und Schülern möglich ist, einen anspruchsvollen Bildungsprozess in acht Jahren erfolgreich zu durchlaufen. Da in diesem Konzept u.a. die europäische Mehrsprachigkeit fest verankert ist, lernen alle Schülerinnen und Schüler als erste Fremdsprache Latein. Um die in der Grundschule erworbenen Englischkenntnisse zu bewahren und zu festigen, unterrichten wir parallel zum Lateinunterricht in der Jahrgangsstufe 5 zwei Stunden Englisch, bevor das Fach in der Jahrgangsstufe 6 die reguläre zweite Fremdsprache wird. Im Verlaufe der Schulzeit erhalten alle Schülerinnen und Schüler auch englischsprachigen Unterricht im Fach Politik & Wirtschaft. In Mathematik und den Naturwissenschaften haben die Schülerinnen und Schüler regelmäßig beachtliche Erfolge und wirken daneben auch in großer Zahl in unseren Orchestern und Chören mit. Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften, z.B. die N.E.R.D.s, Schach, Fechten, Basketball, Klettern, Fußball, ergänzen das außerunterrichtliche Angebot.

Darüber und über weitere interessante Aspekte des Profils unserer Schule möchten wir Sie gerne ausführlich und eingehend informieren. Deshalb bieten wir allen interessierten Eltern auch persönliche Gespräche an. Bitte rufen Sie bei Interesse unter 069 212 35150 an, um einen passenden Termin zu vereinbaren. Natürlich besteht zudem die Möglichkeit, sich über das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium und sein humanistisches Bildungsprofil anhand unserer Schulbroschüre  zu informieren. Wir hoffen, durch diese Angebote alle interessierten Eltern dabei zu unterstützen, die eigentlich zentrale Frage zu beantworten, nämlich ob das Gagern die „richtige“ Schule für ihr Kind ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gerhard Köhler

Schulleiter