Noch „bis zum 13. Februar 2026 zeigt die Ausstellung AKUT im Haus am Dom in Frankfurt eindringliche fotografische Positionen, die die Dringlichkeit des Moments einfangen. Siebzehn Mitglieder der FREELENS Regionalgruppe Rhein-Main – Fotografinnen und Fotografen aus der Region – präsentieren Arbeiten, die Frankfurt Rhein-Main fotografisch beleuchten, reflektieren und hinterfragen. […] In einer Zeit zunehmender Geschwindigkeit und gesellschaftlicher Herausforderungen macht AKUT die Dringlichkeit des Moments sichtbar“ – so steht es auf der Webseite des Haus‘ am Dom zu lesen.
Durch die Ausstellung führen die beteiligten Fotografinnen und Fotografen, wie z. B. Bernd Hartung, der auch unseren Grundkurs Kunst Q2 am vergangenen Donnerstag begleitet hat. Sehr zugewandt, informativ und anregend brachte er uns die fotografischen Projekte näher. Diese reichen von experimentellen Naturfotografien, über sensible Objektstudien bis hin zur aktuellen Portraitfotografie.
Auch Bernd Hartung ist ein leidenschaftlicher Portraitfotograf, dessen Serie „Was gerade wichtig ist“ ihn u. a. an das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium führte. Seine Aufnahmen von Jugendlichen unserer Schule haben uns besonders berührt, zeigen sie doch stille, starke Momente und sehr persönliche Aufnahmen, die die Zeit für eine kurze Weile anhalten. Man fragt sich unwillkürlich selbst, was gerade eigentlich wichtig ist.
2025 markierte ein besonderes Jahr für Frankfurt: Das visionäre Wohn- und Stadtentwicklungsprogramm „Neues Frankfurt“ feierte sein 100‑jähriges Jubiläum. Was in den 1920er‑Jahren als sozialpolitische und architektonische Reformbewegung begann, gilt heute als eines der einflussreichsten Projekte des modernen Städtebaus in Europa.
Unter der Leitung von Ernst May entstand ab 1925 ein umfassendes Wohnungsbau-Konzept. Das Neue Frankfurt kombinierte moderne Architektur, funktionale Grundrisse, soziale Infrastruktur und eine klare ästhetische Haltung. Die berühmte Frankfurter Küche von Margarete Schütte‑Lihotzky, die als Vorläuferin der Einbauküche gilt, ist nur eines der vielen Beispiele für diesen Innovationsgeist.
Hundert Jahre später zeigt sich, wie nachhaltig die Ideen des Neuen Frankfurt waren. Auch wir, der Grundkurs Kunst Q3 von Frau Flacke, waren überrascht, wie modern und zeitgemäß die Entwürfe heute noch wirken. Bei unserer Führung durch die Ausstellung „Yes we care“ im MAK konnten wir unser Wissen zur Architektur der Klassischen Moderne sinnvoll anwenden und deutlich erweitern. Nach dem Besuch der Ausstellung bleibt die Frage, wie die damaligen Prinzipien – bezahlbarer Wohnraum, funktionales Design, städtebauliche Qualität – heute gelöst werden könnten.
Wir sind gespannt, wer von uns in einem Jahr noch bei seinen Eltern wohnen muss und wie viele von uns tatsächlich zum Studiumsbeginn ein bezahlbares WG-Zimmer ergattert haben werden …
https://hvgg.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1062-scaled.jpeg19202560Leonore Flackehttps://hvgg.de/svg/HvGG_kreis_Text.svgLeonore Flacke2025-12-17 17:29:002026-02-13 14:01:23100 Jahre Neues Frankfurt
Wenn man über spannende Künstlerinnen in Deutschland spricht, kommt man an Annegret Soltau kaum vorbei. Sie wurde 1946 in Lüneburg geboren und ist heute vor allem für ihre ziemlich ungewöhnlichen Fotoarbeiten bekannt. Sie zerreißt Fotos – oft von sich selbst – und näht sie dann mit schwarzem Faden wieder zusammen. Das sieht manchmal ein bisschen verstörend aus, aber genau das will sie auch. Sie zeigt damit, wie zerbrechlich Menschen sind und wie sehr wir uns manchmal „zusammensetzen“ müssen, um klarzukommen.
Soltau hat Kunst in Hamburg und Wien studiert und schon früh angefangen, mit ihrem eigenen Körper zu arbeiten. Viele ihrer Werke sind Selbstporträts, aber nicht so, wie man sie von Instagram kennt. Sie zeigt sich verletzlich, verzerrt, manchmal fast wie ein Puzzle. Damit will sie zeigen, wie sich Frauen fühlen können, wenn sie ständig Erwartungen erfüllen sollen – in der Familie, in der Gesellschaft oder in der Kunstwelt.
Heute gilt sie als eine der wichtigsten feministischen Künstlerinnen in Deutschland und sie will, dass man von ihr nicht als „Fotografin“ spricht, denn sie ist viel mehr als das. Ihre große Retrospektive haben wir uns vorgestern mit unserem Grundkurs Kunst (Q2) im Städel angesehen. Ihre Werke sind nicht immer leicht anzuschauen, aber bleiben im Kopf.
Das perfekte Geschenk für den 50. Geburtstag? Seinen Lebenstraum erfüllen und eine Galerie eröffnen! Jedenfalls würde das Peter Sillem, Galeriebesitzer in Frankfurt, antworten. Ein ungewöhnlicher Wunsch, der sich für Herrn Sillem erfüllte. Es war ein relativ schneller Wechsel im Leben: Davor hatte er erfolgreich für einen Verlag vom Azubi bis zum Lektor und letztlich als Programmgeschäftsführer gearbeitet. An seinem Geburtstag verabschiedete er sich von seinen Arbeitskollegen bei einem Mittagessen. Seit 2017 gibt es die Galerie Peter Sillem, die sich in Sachsenhausen befindet. Sie stellt zeitgenössische Fotografien von Künstlern aus aller Welt wie dem Franzosen Denis Dailleux, aus. Dessen Werke waren während unseres Besuchs ausgestellt. Die kleine, aber feine Galerie verkauft Werke an Privatpersonen, aber auch an Museen und nimmt an wichtigen Kunstmessen wie der Photo Basel teil.
Zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren zahlreiche Werke des französischen Fotografen Denis Dailleux ausgestellt. Die Ausstellung mit dem Titel ,,Misr—mon Égypte” ist unglaublich berührend und vielfältig, von Fotografien, die Bauchtänzerinnen darstellen, bis zu leerstehenden Hotels zeigt sie eine breite Varietät an Bildern.
Dailleux, welcher 1958 geboren wurde, wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Westen Frankreichs in Angers auf. Sein Hintergrund ermöglicht es ihm, mit den Menschen eine persönliche Bindung aufzubauen und infolgedessen ihre Persönlichkeit in den Fotografien angemessen aufzufangen. Man erkennt dies auch deutlich in seinen Werken, in denen nahezu immer die Menschen und ihr Leben im Fokus der Fotografie stehen. Sie werden in ihrem gewöhnlichen Umfeld dargestellt, sei es Familie oder Beruf. Es sind dadurch nicht nur Fotografien, sondern Teile dieser Menschen. Neben der Fotografie-Reihe aus Kairo, gibt es ebenfalls eine, die sich den Leuten Accras widmet, sowie zahlreiche Porträts der Leute aus seinem eigenen Dorf in Angers. Der Besitzer der Galerie selbst sagt, dass die Bilder biblische Züge ausstrahlen. Zudem haben sie einen gewissen malerischen Charakter.
Für seine Werke hat Dailleux unter anderem den Prix Hasselblad 2000, den Fujifilm Award 2001, den World Press Photo Award 2014 sowie den Prix Roger Pic 2019 gewonnen.
Der Besuch der Galerie hat unserem Kurs sehr gut gefallen und jeder konnte seine eigenen Interessen in den Fotografien wiederfinden. Dies wurde besonders deutlich, als alle sich zu ihrer Lieblingsfotografie stellen sollten. Bei jeder einzelnen Fotografie stand mindestens eine Person, welche die jeweilige Fotografie aus ganz unterschiedlichen Gründen ansprechend fand. Nachdem wir uns sowohl praktisch, als auch theoretisch ein Halbjahr lang mit Fotografie beschäftigt hatten, konnten wir nun also echte Fotografien eines Profis hautnah erleben und hatten einen schönen Abschluss zu diesem Thema.
Text: Vincent Eckert, Noussaiba Elmoatasimi und Sophia Busse, Q2
Am 29. April 2024 war es endlich so weit: Die mit Spannung erwartete Lesung mit dem Autor Florian Wacker fand im Rahmen des Festivals „Frankfurt liest ein Buch“ in der Aula des HvGG statt. Unser Deutsch-Leistungskurs, geleitet von Frau Benner, hatte sich in den Wochen zuvor intensiv mit Wackers Roman „Zebras im Schnee“ auseinandergesetzt und Fragen für das Interview vorbereitet.
Zu Beginn des Abends las der Autor drei Passagen aus seinem Buch vor: aus den Kapiteln „Leica“, „Schnappschüsse“ und „Terminal 2“. Zeitgleich kreierte der Kunst-Leistungskurs unter der Leitung von Frau Jazo ein beeindruckendes Live-Painting. Auf einer zehn Meter langen Papierbahn brachten die Schülerinnen und Schüler ihre Assoziationen zum Text zum Ausdruck. Figuren und Orte der Handlung nahmen unter den Augen der Gäste zunehmend Gestalt an. Diese künstlerische Darbietung ergänzte die Lesung auf eine sehr besondere Weise. Nach der Lesung und unserem Interview mit Florian Wacker konnten auch die Gäste Fragen stellen und es entspann sich eine interessante Diskussion um Literatur und Fotografie.
Das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ist häufig Gastgeber für kulturelle Ereignisse, die unser Schulleben bereichern und uns spannende neue Erfahrungen bieten. Das ausgeprägte Interesse und Engagement unserer Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte unterstreichen den großen Erfolg dieser Veranstaltungen. Die positive Resonanz der Teilnehmenden, von denen viele am Ende begeistert den Roman am Bücherstand erwarben, spiegelt dies eindrucksvoll wider.
Wir sind dankbar für diese einzigartige Chance und hoffen, dass wir auch in Zukunft solche besonderen Momente erleben dürfen.
Text: Noussaiba Elmoatasimi, Q2
https://hvgg.de/wp-content/uploads/2024/05/L1003186-scaled.jpg17082560Leonore Flackehttps://hvgg.de/svg/HvGG_kreis_Text.svgLeonore Flacke2024-05-09 16:25:522024-05-09 16:33:26Zebras im Schnee
Noch bis zum 18. Februar 2024 läuft die Ausstellung des Künstlers Lyonel Feininger in Frankfurt.
Der Künstler liebt märchenhafte Szenen, Gespenster und magische Wesen und Schiffe. Der geborene Amerikaner kam 1887 mit seiner Familie nach Deutschland, um hier nach Wunsch der Eltern Musiker zu werden. Zu seinem Glück gab es keinen passenden Schulplatz mehr. Daher ging er auf die Kunsthochschule in Berlin, was ihm viel Spaß machte.
In seiner Kunst vereint er viele verschiedene Stile. So kann man in der Ausstellung sechs verschiedene Versionen ein und derselben Dorfkirche sehen. Hier zeigt sich die unterschiedliche Technik von Feininger sehr gut, der sich auch mit der Fotografie beschäftigte. Lyonel Feininger wurde schon zu Lebzeiten mit Karikaturen berühmt und war einer der ersten Künstler, der sich mit diesen Bildformen beschäftigte. Nebenbei hat er übrigens auch Spielzeuge für Kinder entwickelt und gebaut. Die Ausstellung kann man noch bis Mitte Februar bewundern. Ein Ausflug lohnt sich!
Text: AG Schülerredaktion, Joyce S. (5c)
Genutzt hat diese einmalige Gelegenheit, Feiningers umfangreiche Werkschau zu sehen (die erste seit über 25 Jahren in Deutschland!) auch der Grundkurs Kunst Q1/Fla, nachdem er sich dieses Halbjahr mit der Kunst der Klassischen Moderne beschäftigt hatte.
Eine Reise zur Fondation Beyeler in Basel und zum Vitra Museum in Weil am Rhein
Zwischen klassischer Kunst und moderner Architektur
Alle Langschläfer der Q3 wurden schon früh aus ihren Träumen gerissen, denn um die Reise anzutreten, mussten wir um 6:45 Uhr startklar vor dem Café Bohne sein. Dort versammelten wir uns bei beißender Kälte und stiegen zusammen in das warme Innere des Busses, der uns nach dreieinhalb Stunden an unser erstes Ziel brachte – die Fondation Beyeler in Basel. Das Erste was ins Auge sticht, ist die friedliche und grüne Umgebung des Gebäudes mit der Architektur von Richard Rodgers. Noch viel mehr fasziniert das Repertoire der Kunstsammlung der Eheleute Hildy und Ernst Beyeler, das mit seinen rund 100 Werken von bedeutenden Künstlern von den Anfängen des Impressionismus bis in die völlige Abstraktion der Kunst reicht. Wir passierten den langen Flur, an den ein kleiner Shop anschließt, bis wir zum ersten großen Ausstellungsraum gelangten. Die hyperrealistisch menschlichen Skulpturen des amerikanischen Künstlers Duane Hanson als zeitgenössische Ausstellung, zogen als erstes unsere Blicke auf sich. Diese fanden sich in allen Räumen wieder und stellen Menschen, meist der unteren Mittel- und Arbeiterschicht, bei trivialen Tätigkeiten dar. Unser Blick wurde weiter zu den Hauptwerken von Vincent Van Goth, Claude Monet, Pablo Picasso, Wassily Kandinsky bis hin zu den Pop- Art Künstlern Andy Warhol und Roy Lichtenstein geführt. Herr Scholder und auch Herr Hoffmann übernahmen die Führung durch das Ausstellungsgebäude, wobei sie uns den künstlerischen Kontext der Werke und ihre Bedeutung näherbrachten. Die Führung war leider schneller zu Ende, als man dachte und schon befand man sich auf der Weiterreise zum Vitra Campus in Weil am Rhein, dem wichtigsten Design-Ausstellungscampus in Europa.
Beglückt vom sonnigen Wetter, gönnten sich viele Schüler vor dem von den Architekten Herzog & de Meuron entworfenen VitraHaus eine kurze Mittagspause. Einige genossen die Design-Sitzmöglichkeiten des Cafés im Inneren des Design-Gebäudes. Nachdem die leiblichen Gelüste durch kleine Speisen und Getränke befriedigt wurden, machten wir uns auf den Weg zum Vitra-Design-Museum des Architekten Frank Gehry aus dem Jahr 1989. Aus einer weiß verputzten Fassade, einem Zinkdach sowie einer Kubatur aus einfachen geometrischen Grundformen schuf Gehry eine dynamische Skulptur, die sich der architektonischen Stilrichtung des „Dekonstruktivismus“ zuordnen lässt. Wir liefen im raschen Tempo zur Feuerwache der Architektin und Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid aus dem Jahre 1993, einer Architekturikone, und zum Konferenzpavillion von Tadao Ando, aus dem gleichen Jahr, weiter. Die spitzwinkligen und skulpturalen Formen des Feuerwehrhauses von Zaha Hadid lassen sich auch dem Dekonstruktivismus zuordnen, hingegen vermittelt der schlichte Bau des Konferenzpavillons von Tadao Ando eine klösterliche Ruhe und Intimität. Auf dem Weg zur Hauptattraktion des Tages befand sich der Dome von Richard Buckminster Fuller aus dem Jahre 1975, der durch einen Kuppelbau gekennzeichnet ist. Und dann stand er vor uns: die Kunstinstallation des Vitra-Rutschturms von Carsten Höller. Die Mehrzahl der Schüler ergriff sofort die Gelegenheit und stieg auf den 30,7 Meter hohen Turm, um die lange, spiralförmige Röhrenrutschbahn auszuprobieren. Die Freude nahm ab, als wir bemerkten, dass die Geschwindigkeit beim Rutschen doch nicht dem entsprach, was wir uns erhofft hatten.
Als letztes besichtigten wir das Vitra-Schaudepot, eine einmalige Designsammlung, ebenfalls der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron aus dem Jahr 2016. Die schlichte und fensterlose Fassade des monolithischen Baukörpers lässt die bunte Vielfalt an Möbelstücken im Inneren nicht erahnen. Im Gebäude steht eine Auswahl von über 400 einzigartigen Schlüsselwerken des modernen Möbeldesigns von 1800 bis heute. Darunter befinden sich auch frühe Bugholzmöbel, Ikonen der klassischen Moderne von Le Corbusier oder Alvar Aalto, Charles Eames, Werner Panton bis zu Phillipp Starck aber auch weniger bekannte oder anonyme Objekte, Prototypen und Versuchsmodelle. Nachdem wir uns der Geschichte des Möbeldesigns gewidmet hatten, statteten einige dem Museumscafé nebenan einen Besuch ab und gönnten sich einige Minuten der Entspannung. Die Reise neigte sich langsam dem Ende entgegen und im Zuge dessen durften wir uns frei bewegen – manche blieben im Café, andere betrachteten die Ausstellung im Inneren des VitraHaus-Gebäudes, andere stöberten in den Shops nach möglichen Mitbringseln und Weihnachtsgeschenken. Nachdem sich alle wieder im Bus versammelt hatten, begaben wir uns auf den Weg zurück. Die Dunkelheit von draußen verleitete einige dazu ein kleines Nickerchen einzulegen. Augen auf, und schon war man wieder im geliebten Frankfurt. Zwar erschöpft vom Tag, aber mit viel neuem und wertvollem Wissen über Malerei, Design und Architektur.
Text: Philine Ebhardt und Martina Pereda Cabrales, LK KUNST Q3/4
https://hvgg.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_7626-scaled.jpg19202560Leonore Flackehttps://hvgg.de/svg/HvGG_kreis_Text.svgLeonore Flacke2023-01-31 14:54:472023-01-31 15:06:05Studienfahrt des Kunst LKs
Wenn man regelmäßiger Schirn-Gänger ist, dann hatte man vor vier Jahren die Chance, Werke der Künstlern Jeanne Mammen kennenzulernen. Ansonsten geht es den meisten Menschen eher so wie uns: Keiner im Kurs kannte sie bislang.
Insofern war die Ausstellung „Kunst für keinen“ genau auf uns zugeschnitten. Das Ausstellungsplakat zeigt prominent eines ihrer Gemälde. Es heißt „Sterbender Krieger“, ist von 1943 und plötzlich wieder sehr aktuell.
„Sterbender Krieger“„Teufel“„Würgeengel“
Dreh- und Angelpunkt der Ausstellung ist die Frage, was mit Künstlerinnen und Künstlern während der Zeit von 1933-45 in Deutschland geschah. Wie verhielten sich die, die im Land blieben? Wer distanzierte sich deutlich vom NS-Regime, wer biederte sich an, wer versuchte, sich unsichtbar zu machen, wer kämpfte dagegen an?
Natürlich stellt man sich auch die Frage: Was hätte ich getan?
Wenn euch interessiert, wie sich Jeanne Mammen, Otto Dix, Hannah Höch oder die elf anderen Künstler:innen, deren Werke ebenfalls zu sehen sind, verhalten haben, habt ihr noch bis zum 06. Juni die Möglichkeit, euch die Ausstellung in der Schirn anzusehen.
Euer GK Kunst (Q2)
https://hvgg.de/wp-content/uploads/2022/05/Unser-GK-Kunst-vor-der-Schirn-scaled.jpg25601910Leonore Flackehttps://hvgg.de/svg/HvGG_kreis_Text.svgLeonore Flacke2022-05-30 18:13:552022-07-13 16:37:58Kunst für keinen
Es gibt 26 (!) von Ernst May erbaute Siedlungen in Frankfurt und in einer davon, der Römerstadt, steht das „ernst-may-haus“. Hierhin führte uns unsere letzte ArchitekTour in diesem Halbjahr, welches ganz der Baukunst gewidmet war.
Das „ernst-may-haus“ ist ein Museum der besonderen Art: ein von der „ernst-may-gesellschaft“ erworbenes, akribisch restauriertes und öffentlich zugänglich gemachtes Gebäude, eine Art „Musterhaus“, welches die Ideenwelt des berühmten Frankfurter Architekten und Stadtplaner Ernst May erfahrbar macht.
Ernst May lebte vom 27. Juli 1886 bis zum 11. September 1970. Mit seinem Projekt „Neues Frankfurt“ wollte er ganz Frankfurt einen Schub in Richtung Moderne verpassen. Von 1925-1930 schuf er im Auftrag von Ludwig Landmann, welcher als Oberbürgermeister die damals katastrophale Wohnsituation in Frankfurt verbessern wollte, in kürzester Zeit ca. 12.000 Wohnungen, verteilt auf mehrere, neue Wohnsiedlungen. Sein Plan war es, einen riesigen Siedlungskranz um die überfüllte Altstadt von Frankfurt herum zu bauen. Unter anderem aufgrund der aufblühenden Chemiekonzerne und des starken Zuzugs von Arbeitern war Wohnraum in Frankfurt sehr begrenzt. Ernst May wollte, dass jeder ein gesundes Leben auf dem Land führen könne, ähnlich wie die Anhänger der Gartenstadtbewegung. So entstanden neben der Siedlung Römerstadt auch neue Siedlungen in Praunheim, am Bornheimer Hang und im Riederwald, um nur einige zu nennen. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1929 konnte May seine Pläne nicht vollenden, da es einfach nicht mehr genug Geld gab, um seine Vorhaben zu finanzieren. Einige Projekte, wie z. B. die Gartenstadt in Goldstein konnten nicht mehr realisiert werden. Als die Nationalsozialisten dann später an die Macht kamen, verteufelten sie May‘s Arbeit, da sie nichts von der Moderne hielten. Doch mittlerweile sind die Frankfurter stolz auf Ernst May und die Warteliste für ein Häuschen in der Römerstadt ist lang. Im Jahr 2003 wurde schließlich die „ernst-may-gesellschaft“ gegründet, das „ernst-may-haus“ erworben und der aufwändige Rückbau begonnen.
Das Haus wurde im Inneren Stück für Stück freigelegt, sodass man die Originalfarben der Wände, der Tür- und Fensterrahmen rekonstruieren konnte. Auch die berühmte „Frankfurter Küche“, das Bad und die Wohnräume wurden wieder so eingerichtet und möbliert, wie sie ursprünglich ausgesehen haben könnten.
Die Exkursion war interessant und die Führung durch die Ehrenamtlichen sehr umfangreich und absolut empfehlenswert. Man hat viel über Ernst May und das „Neue Frankfurt“ gelernt.
Text: Jan W., Leistungskurs Kunst, Q3
https://hvgg.de/wp-content/uploads/2021/11/F50DA722-0432-4970-BFBC-95918199E630.jpeg11381551Leonore Flackehttps://hvgg.de/svg/HvGG_kreis_Text.svgLeonore Flacke2022-02-06 13:33:542022-02-06 13:57:08ArchitekTour in die Römerstadt
Die Idee für das Projekt hatte unsere Kunstlehrerin schon in den Sommerferien letztes Jahr. Da ist ihr der Artikel „Wie es wirklich ist… Süßigkeiten zu designen“ in der „Zeit“ ins Auge gefallen. Darin beschreibt die Produktdesignerin Petra Wrede*, die für eine bekannte Gummibärchen-Firma in Bonn arbeitet, ihre Tätigkeit.
Süßigkeiten designen – ein Traumberuf! Das wollten wir auch einmal ausprobieren. In den nächsten Wochen entstanden viele Skizzen im Kunstunterricht und daraus dann unsere Entwurfszeichnungen, die wir alle an Frau Wrede bei Haribo schickten. Es gab Ideen für Schlangen, Planeten, Kakteen, ja sogar Spinnen aus Fruchtgummi. Auch aktuelle „Corona-Editionen“ und sogar „Tetris“ zum Naschen.
Produktdesign in Klasse 8: Gummibärchen!
Welchen Entwurf hättet ihr ausgewählt?
Nach Tagen des Wartens bekamen wir schließlich eine E-Mail aus Bonn und darin die Nachricht, dass ein Entwurf aus unserer Klasse in Produktion gehen sollte. Und uns wurde ein Paket in Aussicht gestellt. Da es eine ganze Weile dauert, bis aus einer Idee ein fertiges Produkt entstanden ist, wurde unsere Geduld ziemlich lange auf die Probe gestellt. Das achte Schuljahr verging, die Sommerferien ebenso.
Die Spannung steigt!
Diese Woche dann: Ein Paket aus Bonn! Welchen unserer Entwürfe hatten sie wohl ausgewählt? Beim Unboxing kam schließlich eine runde Plastikdose zum Vorschein, darauf stand „Happy Hörnchen“. Es waren die Eistüten! In unserer Klasse heißen sie ab sofort nur noch „Mayas Hörnchen“.
Eure 9d
* In den 80er Jahren war Frau Wrede mal bei Jürgen von der Lippe in der Fernsehshow „So isses“ eingeladen. Den Mitschnitt davon hat sie uns auch geschickt.
Produktdesignerin Petra Wrede
https://hvgg.de/wp-content/uploads/2021/11/D622B3E9-E047-4C67-985E-3527C5F4E93C-scaled.jpeg25601920Leonore Flackehttps://hvgg.de/svg/HvGG_kreis_Text.svgLeonore Flacke2021-11-18 15:52:552021-11-18 16:04:44Design your own Gummibärchen