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Die Zukunft der Frankfurter Musikschullandschaft

Vorbemerkung:

Bald ist es wieder soweit und im Deutschunterricht der 7. und 6. Klassen startet das Projekt „Meine Zeitung – Frankfurter Schüler lesen die F.A.Z.“ – kurz F.A.Z.-Projekt. Jedes Jahr bietet sich so die Gelegenheit für unsere Schülerinnen und Schüler, ihr journalistisches Talent zu erproben und eigenen Themen nachzugehen. Wie interessant und vielseitig die Artikel sind, die im Rahmen der Zusammenarbeit mit der F.A.Z. entstehen können, sieht man an den folgenden zwei Beispielen aus den vergangenen Jahren, die uns freundlicherweise eine Schülerin zur Verfügung gestellt hat:

Die Zukunft der Frankfurter Musikschullandschaft – eine Blaupause für ganz Deutschland?

Ein verregneter früher Nachmittag im Jahr 2035, jedoch gähnende Leere in den Gängen der Frankfurter Musikschule in der Schirn am Römerberg. Kein Geräusch ist zu hören, kein Kinderlachen, keine Eltern weit und breit, die mit ihren lieben Kleinen zum Musikunterricht eilen. Ein ähnliches Bild an Dr. Hoch’s Konservatorium in der Sonnemannstraße im Frankfurter Ostend vis-à-vis der Europäischen Zentralbank. Nur einige Musikstudenten bevölkern das Foyer, die nette Pförtnerin ist durch einen Empfangsroboter ersetzt und säuselt Freundliches zur Begrüßung. Kindergetrappel und reges Treiben Fehlanzeige! Auch die private Klavierlehrerin sitzt noch allein zu Hause.

So wird es nach den Prognosen des Direktors der Frankfurter Musikschule Christoph Hornbach und des Direktors des Dr. Hoch’s Konservatoriums Dr. Fabian Rieser in nicht allzu ferner Zukunft in ihren Musikinstituten aussehen. Die examinierte Frankfurter Klavierlehrerin Johanna Zerlik skizziert ein ähnliches Szenario.

Der Grund für all dies ist die sich verändernde bildungspolitische Situation laut Christoph Hornbach, die sich völlig anders darstellt als noch vor dreißig bis fünfzig Jahren. Obwohl die Frankfurter Musikschule, die als eingetragener Verein und stadtnahe Einrichtung im Auftrag des Bildungs- und Kulturdezernates der Stadt Frankfurt ein vertiefendes Bildungsangebot als Ergänzung zu den Grund- und weiterführenden Schulen darstellt, eine über 150-jährige Tradition hat und seit ihrer Neugründung im Jahre 1959 eine feste Institution in der Frankfurter Kulturlandschaft ist, müsse auch dieses Institut frei nach Gottfried Benn „die Lage erkennen“ und sich verändern. Die Schüler seien, so Hornbach, einfach immer länger in der Schule, oftmals mehr als 36 Wochenstunden, in der gymnasialen Oberstufe sogar bis zu 50. Früher verteilte sich der Schulunterricht in den westlichen Bundesländern zudem auf zwei Samstage pro Monat, doch seit der Wiedervereinigung wurden schulfreie Samstage in allen Bundesländern eingeführt, was die Stundenanzahl pro Schultag erhöhte. Außerdem rührten die langen Schultage von der Einführung der Ganztagsschulen und der zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingeführten Nachmittagsbetreuung an den Schulen her. Realität sei, dass Eltern immer mehr in die Arbeitswelt eingebunden seien und im nächsten Jahrzehnt alle Grundschulen zu Ganztagsschulen umstrukturiert würden. Somit ist in absehbarer Zeit ein Musikunterricht – an welchem Institut oder schulfernen Ort auch immer – ab dem heute üblichen frühen Nachmittag nicht mehr durchführbar. Hornbachs Fazit lautet, dass die Musikschule dahin kommen müsse, wo die Kinder sind. Deshalb gibt es mittlerweile 80 Außenstellen der Musikschule in Frankfurt. Nur 50% des Musikschulunterrichts findet heutzutage noch am Hauptsitz Schirn auf dem Römerberg statt, Tendenz fallend…

Dr. Fabian Rieser sieht die Lage ähnlich besorgniserregend. Er liebt es, wenn Kinder sein Haus beleben, in den Gängen Trubel herrscht, das Haus pulsiert, Konzerte stattfinden. Doch dazu muss sich auch sein Institut an die Lebenssituation seiner Zielgruppen anpassen. Schon heute stehen die Türen des Konservatoriums am Wochenende offen zum Üben und Unterrichten, ein gern angenommenes Angebot für viele, die unter der Woche einfach keine Zeit mehr zum Musizieren finden, gerade in den höheren Klassen der weiterführenden Schulen. Laut Dr. Rieser gibt es ein breites Spektrum an individuell zugeschnittenen Fördermöglichkeiten. Bei kulturfern aufgewachsenen Kindern müsse erst das Interesse für Musik geweckt werden. Er arbeite an der Ausweitung entsprechender Angebote ebenso wie am Bekanntheitsgrad von Dr. Hoch’s Konservatorium, wozu dessen Studierende beitragen, wie die Jazzmusikerin Yasmin Sidibe, die als Halbfinalistin bei The Voice of Germany deutschlandweit bekannt wurde.

Andererseits ist bei vielen Mitgliedern des Hoch’schen Instituts, die auf nationalem oder internationalem Parkett an Wettbewerben erfolgreich teilnehmen, unbedingt vonnöten, gezielt mit qualifizierten Musiklehrern zu fördern. Dr. Hoch’s Konservatorium solle insofern ein Omnibus für jeden Musikinteressierten sein, aber gleichzeitig im Spitzenbereich des Musiknachwuchses erstklassig. Direktor Rieser hat es sich deshalb auf die Fahne geschrieben, die städtische Musikschullandschaft enger zu verzahnen und als Angebot an die Frankfurter Bürgerschaft sowie überregional sein Institut anzupassen an die gesellschaftlichen Gegebenheiten. Eine neue Musikschul-App zur passgenauen Unterrichtsplanung und Vernetzung zwischen Musikdozenten und SchülerInnnen seines Hauses erleichtert die Integration des Musikunterrichts in den Schulalltag. Zeitliche Flexibilität der Lehrkräfte ist unabdingbar, um in Freistunden oder anderen Randzeiten ihre Schülerschaft zu unterrichten.

Ähnlich geht es der selbständigen Klavierlehrerin Johanna Zerlik, die Instrumentalunterricht ganzheitlich sieht und durch das Musizieren die Körperwahrnehmung, Persönlichkeitsentwicklung sowie das Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen ihrer Schüler fördert. Dafür werde aus ihrer Sicht immer eine Nachfrage bestehen, auch wegen der Freude, die ein musikalisches Hobby manchmal ein Leben lang bringe. Vertragliche Ausgestaltung, individuelle Unterrichtskonzepte und -zeiten sowie Aufführungsmöglichkeiten hat sie selbst in der Hand und kann auf die Kundenwünsche eingehen. Selbständigkeit berge allerdings auch ein gewisses Risiko, doch dies trage sie gerne, denn auch als Honorarkraft an Musikschulen habe man dieses Risiko bei viel engerem Entscheidungsspielraum. Leider gebe es nämlich nur wenige Festanstellungsverträge an den Musikinstituten.

An einem Wochentag gibt sie in der Nachmittagsbetreuung einer Grundschule Klavierunterricht im Rahmen einer offenen Ganztagsschule. Da sie die Kinder praktischerweise direkt an ihrem Lernort antreffe und mit anderen Instrumentallehrern Vieles aufbauen konnte, gebe es jährliche gemeinsame Konzerte. Von Digitalunterricht als flexibler Alternative zum persönlichen Unterricht vor Ort halte sie dagegen nicht viel, da sie ihn zu Coronazeiten als unzureichend erlebt habe. Viel Essentielles sei online schwer zu vermitteln. Bei Anfängern habe sich bewährt, gemeinsam vierhändig zu spielen – eine Unmöglichkeit im Videounterricht! Trotzdem biete dieser eine Möglichkeit, Schüler zu erreichen, deren Freizeit knapp ist.

Es gibt also enorme Anstrengungen und viele kreative Ansätze in der Frankfurter Musiklandschaft, um bei der Ganztagssituation an Schulen und der elterlichen Berufstätigkeit dem Nachwuchs den Zugang zu musikalischer Bildung und Instrumentalunterricht zu ermöglichen. Die Einsicht, dass dies ein notwendiges und langfristig sinnvolles Bildungsangebot ist, das unterstützt werden muss, muss noch viel stärker politischer Konsens werden. Musikalische Angebote vor Ort, jederzeit und sogar kammermusikalisch-interdisziplinär gibt es einfach nicht zum Nulltarif! Der Umbau der Musikschullandschaft für den Ganztag, der Zugang zu musikalischer Bildung für alle muss uns wert sein, fair finanziert zu werden. Honorarkräfte, die bei Krankheit ohne Lohnfortzahlung bleiben, Musikschulen, die keine Kranken- und Sozialversicherungsbeiträge für ihre MitarbeiterInnen zahlen und befristete Zeit- statt Festanstellungsverträge werden keinen Musiklehrer motivieren, diese „Extrameile“ im wahrsten Sinne des Wortes zu gehen zu den Schülern in ihren Lernorten. So werden sie sicher nicht motiviert, die zeitliche Flexibilität anzubieten, die die Ganztagsschüler von morgen benötigen!


Interview mit Dr. Fabian Rieser

Ein Gespräch mit dem Direktor des Dr. Hoch’s Konservatoriums in Frankfurt am Main am 7. Februar 2023

Sehr geehrter Herr Dr. Rieser, vielen Dank für die Gelegenheit zu einem Interview. Sie sind seit November 2022 neu im Direktorium des Dr. Hoch’s Konservatoriums. Wie gefällt Ihnen Ihr neuer Job?

Er gefällt mir sehr gut, ist aber auch sehr anstrengend. Es ist für mich eine hervorragende Möglichkeit, Dinge zu bewegen an diesem Musikinstitut.

Was haben Sie in den ersten hundert Tagen im Amt bereits erreicht?

Ich denke, es ist mir gelungen, einen neuen Spirit in das Haus zu bringen, der Kooperation und gegenseitige Wertschätzung an erste Stelle rückt. So ist es mir gelungen, eine seit über einem Jahrzehnt in Arbeit befindliche Betriebsvereinbarung erfolgreich mit dem Personalrat zur Unterschrift zu bringen. Derzeit ist eine neue Betriebsvereinbarung zur Digitalisierung des Hauses in Arbeit. Zusätzlich haben wir im nächsten halben Jahr zwei Symposien organisiert. Auch eine App des Dr. Hoch’s Konservatoriums und Fachpublikationen schweben mir in naher Zukunft vor.

Das ist ja schon eine ganze Menge. Was ist das bislang schönste Erlebnis von Ihnen am Konservatorium gewesen?

Am schönsten ist es, wenn meine kleine Tochter da ist, wie z.B. beim gestrigen Jazzkonzert. Generell sollten mehr Kinder das Haus beleben und zur Musik hingeführt werden. Ich mag es besonders gerne, wenn es hier in den Gängen laut ist und Trubel herrscht.

Was gefällt Ihnen nicht?

Leider habe ich aufgrund der Aufgabenfülle sehr viele Termine und in all dem Stress habe ich oft keine Zeit für ein Mittagessen. Das lasse ich aber gerne zu, weil mir mein Job sehr viel bedeutet. Manchmal gehe ich dafür dann auch einmal früher heim.

Was könnte man verbessern?

Das Haus muss unbedingt fit gemacht werden für das 21. Jahrhundert. Wir als musikalische Bildungsinstitution konkurrieren mit der digitalen Welt. Und insgesamt erlebt unsere heutige Gesellschaft durch die Digitalisierung einen fundamentalen Wandel, der eigentlich gerade erst beginnt. Doch anders als zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert drohen heute Arbeitsstellen quer durch die gesamte Gesellschaft wegzufallen. In diesem Umfeld muss sich der persönliche Musikunterricht im Allgemeinen und das Dr. Hoch’s Konservatorium im Besonderen bewähren und seinen berechtigten Platz in der musikalischen Bildungslandschaft unserer Stadt Frankfurt einnehmen.

Was ist Ihre Vision von Dr. Hoch’s Konservatorium?

Mein Traum ist, dass unsere Musikakademie im Dreiklang mit der Jugendmusikschule Frankfurt und der Frankfurter Musikhochschule seinen festen Platz in guter Kooperation mit den beiden anderen Instituten hat. Es soll durch die musikalische Förderung gemeinsam mit diesen beiden Organisationen eine Hilfe gegen die zunehmende Individualisierung in unserer Stadt und der Gesellschaft insgesamt darstellen und allen Schichten unserer Bürgerschaft Zugang zu Musik und musikalischer Bildung bieten. Deshalb wird es im März diesen Jahres ein Symposium zur Inklusion und im Juni 2023 ein internationales Symposium zum Thema Community Music geben. Darüber

hinaus halte ich die individuell zugeschnittene Förderung musikalisch Hochbegabter an unserem Haus für essentiell. Schlussendlich möchte ich auch, dass das Konservatorium seinen Beitrag zur Klimawende leistet, Stichwort Klimaneutralität.

Wo sehen Sie das Konservatorium in zehn Jahren?

In zehn Jahren ist das Konservatorium in meinen Augen inklusiv, integrativ, divers, klimaneutral und überregional. Die Klimaneutralität möchte ich ganz konkret durch die Installation einer Photovoltaik- Anlage auf der Südseite unseres Hauses erreichen. Erste Gespräche dazu mit Fachleuten haben bereits stattgefunden.

Des Weiteren möchte ich eine wissenschaftliche Schriftenreihe des Konservatoriums etablieren. Die Beiträge zu den beiden bereits terminierten Symposien sollen dazu als Auftakt dienen und in Buchform veröffentlicht werden. Schließlich ist aus wissenschaftlicher Sicht eine Vernetzung mit der Johann Wolfgang von Goethe – Universität sowie dem Max Planck – Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt für die Wissenschaftslandschaft und unsere Akademie eine absolute Bereicherung.

Gibt es Konkurrenz mit anderen Musikschulen in Frankfurt?

Selbstverständlich stehen wir in großer Konkurrenz zu anderen musikalischen Bildungseinrichtungen, wie privat geführten Musikschulen oder Privatlehrern sowie Online-Tutorials. Diese sind oftmals wendiger und anpassungsfähiger in unserer digitalisierten Welt. Allerdings sehe ich diese Entwicklung durchaus auch kritisch, da manch ein Musikstudent unseres Hauses durch seine Nebentätigkeit für solch eine Einrichtung aus meiner Sicht viel zu viel Zeit mit Reisetätigkeit zu den einzelnen Privatschülern verbringt, die eigentlich dem eigenen Instrumentalstudium zukommen sollten. Auch die Erfahrung des Besuchs einer Musikschule mit all ihren vielfältigen Möglichkeiten geht so verloren.

Mit der Frankfurter Musikhochschule ist allerdings in nächster Zukunft eine engere Zusammenarbeit zum beiderseitigen Nutzen geplant. Denn auch wir bieten Studiengänge an und haben gerade unseren Pre-College-Studiengang aktualisiert und neu zertifizieren lassen. Ich möchte auch nicht vergessen zu erwähnen, dass an unserer Musikakademie neben den Fächern der klassischen Musik und des Tanzes auch der weltweit älteste Jazzstudiengang beheimatet ist, der bereits 1929 ins Leben gerufen wurde.

Gibt es Kooperationen zwischen Schulen und dem Konservatorium?

Seit Jahren kooperieren wir mit der Musterschule im sog. Schulischen Zentrum zur Förderung musikalisch Begabter, mit dem auch ein Kooperationsorchester besteht, das bereits erfolgreich am Deutschen Orchesterwettbewerb teilgenommen hat. Auch mit der benachbarten Uhlandschule sowie dem Heinrich-von-Gagern-Gymnasium, dem Lessing-Gymnasium und der Wöhlerschule gibt es die eine oder andere Zusammenarbeit, aber da geht noch deutlich mehr.

Was kann man Ihrer Meinung nach an der musikalischen Förderung von Kindern verbessern?

Es gibt ein breites Spektrum von Förderungsmöglichkeiten. Grundsätzlich muss die Förderung individuell sein. Bei kulturfern aufgewachsenen Kindern muss zunächst einmal das Bewusstsein für die Musik und das Interesse daran geweckt werden. Dazu schwebt mir eine breit angelegte Musikschularbeit ohne jegliche Voraussetzungen vor. Auch der Bekanntheitsgrad unseres Hauses muss vergrößert werden, wozu beispielsweise Studierende unseres Hauses als Werbeträger dienen könnten, wie kürzlich unsere Jazzmusikerin Yasmin Sidibe, die als Teilnehmerin der Fernsehsendung The Voice of Germany deutschlandweit einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde und erst im Halbfinale ausschied.

Andererseits ist es in den kulturnahen Bereichen, wie zum Beispiel bei jungen Musikerinnen und Musikern, die auf Landes- und Bundesebene oder auch auf internationalem Parkett an Musikwettbewerben teilnehmen, unbedingt vonnöten, fokussiert und repertoirebezogen zu fördern mit entsprechend qualifizierten Musiklehrern. Das Dr. Hoch’s Konservatorium sehe ich diesbezüglich als einen Omnibus für jeden an, der aber gleichzeitig auch singulär und gezielt im Spitzenbereich unseres Musiknachwuchses tätig und erfolgreich ist.

Lieber Herr Dr. Rieser, ich bedanke mich sehr herzlich für dieses aufschlussreiche und interessante Gespräch und die Zeit, die Sie sich dafür genommen haben.

Sehr gerne, es war mir eine Freude.

Text und Interview: Sarah Scholz Papazoglou

Frankfurt liest ein Buch 2026


Dieses Event geht an unserer Schule nicht vorbei. Der Deutsch-Leistungskurs kauft und liest fleißig den Roman des Jahres und bereitet anschließend eine schöne Lesung mit einigen Fragen an die Autorin oder den Autor vor. Und diesmal?

Die Textsammlung „Gott und die Welt“ von Marie Luise Kaschnitz hat uns gewiss berührt, zum Lachen und auch zum Nachdenken gebracht. Leider ist die Autorin im Jahr 1974 verstorben – sie kann also unsere Fragen nicht beantworten und uns nichts vorlesen, um uns tiefer in ihre Welt eintauchen zu lassen.

Was ist die Lösung?

Unser Deutsch-Leistungskurs hat die Texte von Marie Luise Kaschnitz selbst zum Leben erweckt: Einträge vorlesen, Bilder von Frankfurt knipsen, spazieren gehen, Live-Jazz-Musik, Paralleltexte von uns, eigene Gedanken, Experimente mit künstlicher Intelligenz, Umfragen mit dem Publikum oder eine Traumreise zum Reflektieren. 

Der persönliche und greifbare Schreibstil von Kaschnitz hat uns viele Möglichkeiten geboten, um unsere Zuhörerinnen und Zuhörer kreativ und interaktiv in die Texte eintauchen zu lassen. 
Marie Luise Kaschnitz schrieb, dass sie ebenfalls überlegte, ihr Buch „Kraut und Rüben“ zu nennen – und dieses Durcheinander an Ideen und Gefühlen ist auch unseren Zuschauerinnen und Zuschauern begegnet.

Unsere Gedanken wurden zum Schluss in einem Gespräch mit dem Verleger Robin Schmerer gebündelt.

Insgesamt also ein bewegender Abend – wir hoffen, wir konnten Sie mit unserem Enthusiasmus rund um Marie Luise Kaschnitz anstecken.
Eine Autorin, die beobachtet, festhält, die Menschlichkeit zeigt und für uns alle durch ihre Geschichten weit über ihren Tod hinaus weiterlebt.

Text: AG Schülerredaktion: Zoe Schüttrumpf (Q2)

Fotos: Technik AG

Was ist Erfolg?

Am 26. Januar fand im Rahmen des Deutschunterrichts der Klasse 8a ein Projekt zum Thema „Was ist Erfolg?“ statt. Dabei handelte es sich um einen Besuch von diversen Persönlichkeiten, die zu einem Treffen mit unserer Klasse eingeladen worden sind, wobei Hr. Andreas Kern, Hr. Maximilian Röll, Fr. Anne Gross, Hr. Eckardt Nickel und Hr. Johannes Seitz anwesend waren. Während den 2 Schulstunden Projektzeit wurde uns die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen, die im Unterricht vorbereitet worden waren, wobei es primär um das Thema Erfolg ging. Jedoch konnte man in den Kleingruppen während den jeweils 15-minütigen Interviews auch einfach mit den jeweiligen Personen ins Gespräch kommen, wobei viele verschiedene Interessen abgedeckt werden konnten: von Geschichte über Literatur bis hin zur Biochemie war vieles vertreten.

Dabei wurde uns aber auch verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass einem der Beruf und auch der Berufsalltag gefällt und Spaß macht und dass Jobwechsel zwar schwierig, aber möglich und manchmal auch notwendig sind: so wollte Fr. Gross beispielsweise von der Biochemiebranche zum Webdesign umsteigen und befindet sich gerade in einem Praktikum dazu. Hr. Kerns Wunsch war es, Menschen zu helfen, weshalb er mittlerweile in einer Klinik arbeitet.

In der Nacharbeit und Reflexion haben wir vor allem festgestellt, dass Erfolg ein sehr persönliches Thema ist und für jeden anders definiert wird. Trotzdem konnten wir viele Ratschläge mitnehmen, die in allen Lebenslagen anwendbar sind. Es ist zum Beispiel vielen aufgefallen, dass der Beruf Spaß machen sollte, dass ab und zu Neuanfänge notwendig sind, Fehler wichtig und lehrreich sein können und dass man sich die Aufgaben seines Lebens immer selbst stellen muss. Eine allgemeine Antwort auf unsere Fragestellung konnte demnach nicht gefunden werden, aber jeder ist seiner persönlichen Antwort wahrscheinlich etwas näher gekommen …

Text: AG Schülerredaktion: Emma Duarte (8a)

Fotos: S. Richter-Seitz

Empfänger unbekannt

Am 10.11.25 hatten die Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q3 die Möglichkeit, die Inszenierung des Werkes „Empfänger unbekannt“ von Kressmann Taylor zu sehen. Ermöglicht wurde dies dankenswerterweise durch Unterstützung der Frankfurter Bürgerstiftung.

Das Stück beginnt ungewöhnlich. Die beiden Schauspieler, Manuel und Michael Klein, spielen eine Runde „Schnick Schnack Schnuck“ darum, wer welchen Charakter in der Aufführung übernimmt. Der Verlierer, Michael Klein, übernimmt die Rolle des Martin, der später im Stück zum brennenden Nationalsozialisten wird. Als Gewinner fällt Manuel Klein die Rolle des jüdischen Max zu. Die fingierte Zufälligkeit der Rollenzuteilung verdeutlicht die Trennung von Schauspielern und Rolle und zeigt vor allem eines: Hass und Ausgrenzung können jeden treffen, die Geschichte der beiden Freunde ist kein Einzelfall.

Sobald das Stück beginnt, wird allmählich klar, dass es sich nicht um eine einfache Vorlesung des Buches von Taylor Kressmann, geschrieben 1938, handelt. Es ist viel eher ein lebendiger Dialog mit Buch in der Hand. Der Briefroman „Empfänger unbekannt schildert die Geschichte zweier Männer: des Juden Max, der in den USA wohnt, und von Martin, der zurück nach Deutschland zieht. Die beiden Freunde, welche auch Geschäftspartner sind, bleiben zunächst in gutem, regem Kontakt. Sie schreiben über die gemeinsame Kunstgalerie, über Martins neues Leben und gemeinsame, alte Freunde. Doch allmählich wandelt sich der anfänglich amikale Ton seitens Martin. In seinen Briefen spiegelt sich immer deutlicher die nationalsozialistische Propaganda wider. So entwickelt er eine Bewunderung für Adolf Hitler und dessen nationalsozialistische Ideen, innerhalb des Regimes gelingt ihm zu dem der gesellschaftliche Aufstieg. Sein jüdischer Freund beobachtet dies mit Schrecken. In seinen Briefen spiegelt sich Ungläubigkeit und er bittet seinen Freund um ein Zeichen, ein Zeichen, dass dies nicht seine wahre Meinung ist, dass er aus Angst oder Opportunismus diese von Judenhass getränkten Briefe schreibt. Er wird enttäuscht. Die Verletztheit, Überraschung und Empörung von Max über den Wandel seines einst liberalen Freundes lässt sich nicht nur inhaltlich in seinen Briefen, sondern auch auf dem Gesicht des Schauspielers erkennen. Darin liegt die Genialität der Aufführung. So wird zum einen vermittelt in welchem Ton, welcher Gefühlslage der Brief geschrieben wurde, etwa durch Mimik und Gestik des sprechenden bzw. schreibenden Schauspielers, zum anderen aber auch die Reaktion des zuhörenden bzw. lesenden Gegenübers. Zu dem bleibt das Publikum nicht unbewegt, während Martins antisemitischen Tiraden, gleicht der Gesichtsausdruck der Zuschauer der schockierten, verwirrten und traurigen Mimik von Max. Der aggressive Ton seines Freundes, die beinahe wahnhaften Handbewegungen, lassen das Publikum erschrecken, wütend werden und besonders mit Max, der verzweifelt an das Herz seines Freundes appelliert, mitfühlen. Zu dieser emotionalen Stimmung trägt auch der Bühnenaufbau bei. Schließlich kreiert die Stuhlanordnung in der Aula zwei Seiten an Schülern und Lehrern, die sich gegenübersitzen, und insgesamt einen kreuzförmigen, die Zuschauerschaft viertelnden Gang, auf dem die Schauspieler sich bewegen. Diese nutzen den Raum gekonnt, so bewegt sich Max beim Zuhören eines hasserfüllten Monologes von Martin unruhig hin und her und steht dabei teilweise mitten im Publikum. Die physische Entfernung, die dabei entsteht, akzentuiert die sich bildende Distanz zwischen den Freunden, die Martin durch seine verletzenden Worte und menschenfeindlichen Ansichten erschafft. 

Auch als Martin die Freundschaft später wegen seines Rassenwahns beendet, bricht der Kontakt der ehemaligen Freunde nicht ab.  Max sorgt sich nämlich um seine Schwester, an sie adressierte Briefe kommen zurück mit dem Stempel „Empfänger unbekannt“. Da sie als Jüdin in Deutschland lebt und täglich mit Hass konfrontiert wird, fürchtet ihr Bruder um sie. Martin gesteht schließlich, sie abgewiesen zu haben, als sie, verfolgt von der SS, zu ihm kam. Er habe nur noch ihre Schreie gehört. Dies ist der Grund, aus welchem die Briefe zurückgeschickt werden. Trotz des Verrates bricht der Kontakt seitens Max nicht ab, auch wenn er keine Antwort mehr erhält, schreibt er ohne Unterlass scheinbar geschäftliche Briefe an seinen Freund. Die Stimmung kippt weiter. So jagt der Schauspieler von Martin den von Max mit einem Stuhl über die Bühne. Eines Tages landet dann eine überraschende Antwort von Martin im Briefkasten von Max. Flehend und verzweifelt bittet dieser Max aufzuhören ihm zu schreiben, denn dies habe Konsequenzen für ihn. So werde er von der Obrigkeit verdächtigt, dass die Briefe einen versteckten Code enthalten. Martin verliert seinen Job, sowie seine gesellschaftliche Position. Das Regime, für welches er brannte, von welchem er profitierte, wendet sich nun auch gegen ihn. Für einige Momente herrscht Schweigen in der Aula. Dann trifft Max eine folgenschwere Entscheidung: Er schreibt weiter an seinen ehemaligen Freund. Plötzlich drückt ihm Martin die Kopie des Buches, aus welchem die Schauspieler lesen, in die Hand und stürmt aus dem Raum. 

Der letzte Brief von Max kam zurück, gestempelt mit den Worten: „ Empfänger unbekannt“.

Wieder erfüllt sekundenlanges Schweigen die Aula, bis die beiden Schauspieler wieder auf die Bühne treten. Nun ergießt sich ein minutenlanger Applaus über die sich verbeugenden Schauspieler. Jegliche Erwartungen wurden übertroffen. 

Nachdem das Klatschen verklungen ist, beginnen die Schüler Kritik und Fragen zu äußern. Alles in allem wurde das Stück sehr positiv aufgenommen und als fesselnd beschrieben Die Nähe an den Zuschauern durch die ungewöhnliche Anordnung der Stühle, Emotionen, Gestik, und Mimik werden gelobt, aber auch das Nutzen der Requisiten. Stühle und Gläser, mit denen die Schauspieler interagieren, verleihen der Aufführung noch mehr an Lebhaftigkeit. Weiter ergeben sich interessante Gespräche mit den Schauspielern und erste Interpretationsansätze der Inszenierung. Die Kleidung der Charaktere könnte so beispielsweise deren Persönlichkeiten widerspiegeln. Als aufsteigender, linientreuer Mann in Nazi-Deutschland trägt Martin einen Anzug. Max hingegen, wirkt durch Rollkragenpullover und Jeans bodenständiger, lockerer und nahbarer. Schließlich wird auch die moderne Relevanz des Stückes hinsichtlich der Polarisierung der Gesellschaft angesprochen. Als die Schüler die Aula schließlich verlassen, klingen die Gespräche über das Stück nicht ab und es lässt uns nachdenklich zurück.

Text: AG Schülerredaktion: Johanna Schilling (Q1)

Fotos: Iris Hofmann und Julia Kerfin

Tag der Handschrift 2025

Ein Bericht von der Preisverleihung in Wiesbaden

„Abenteuer“ war das Thema des diesjährigen Schülerschreibwettbewerbs „Tag der Handschrift“, den die Stiftung Handschrift mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen veranstaltet. Was bedeutet Abenteuer? Welche haben Sie schon erlebt? 

Am 16. Mai waren wir, als zwei von 100 Preisträgerinnen und Preisträgern zur Preisverleihung anlässlich des Tages der Handschrift nach Wiesbaden in das Museum Wiesbaden eingeladen. Die Stiftung Handschrift setzt sich für die Förderung des Schreibens mit der Hand ein, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern. Sie will ein Bewusstsein für die Vorteile des Schreibens mit der Hand schaffen und bietet Kindern jedes Jahr die Möglichkeit, persönliche, handschriftliche Briefe zu einem Thema einzureichen.

Anders als der Name sagt, werden die 100 Preisträgerinnen und Preisträger aus rund 9.000 Einsendungen nicht nach der Handschrift ausgewählt, sondern nach dem Inhalt eines Briefes, welcher dieses Jahr zum Thema ‚Abenteuer‘ verfasst werden sollte. Dabei stand es den Sechst- und Siebtklässlern frei, ob sie über ein bestimmtes, reales Abenteuer schrieben oder ihre Fantasie benutzen und beispielsweise über Feen und magische Wälder schrieben. Alle Briefe wurden von der Jury gelesen und die besten 100 Beiträge wurden ausgewählt, in einem Buch veröffentlicht und die Verfasser in einem Festakt geehrt.

Dieser begann mit der Begrüßung durch Armin Schwarz, den hessischen Kultus- und Bildungsminister. Es folgten Reden von Herrn Boehringer, dem Vorsitzenden des Stiftungsrates zu der Intention der Stiftung, Herrn Kroehl, dem Geschäftsführer der Stiftung und Vertretern der Förderer der Stiftung. Es wurden Video-Interviews mit Preisträgern gezeigt und drei Beiträge wurden von den Schülerinnen und Schülern vorgetragen. Es wurden Lehrkräfte und Förderer von Kinderreportern zum Thema Abenteuer interviewt. Die Auftritte der Halbfinalisten von ‚The Voice Kids 2023‘ und einer Tanzgruppe der Diltheyschule Wiesbaden gestalteten den Festakt musikalisch.

Der Höhepunkt der Feier war schließlich, als alle Gewinner nacheinander auf die Bühne gebeten wurden und eine Urkunde sowie ein schön gestaltetes Buch mit allen prämierten Geschichten erhielten. Dieses Buch ist eine wunderbare Erinnerung an den schönen Tag und auch toller Lesestoff, das auch über die Stiftung Handschrift erworben werden kann. Mit einem Foto aller Preisträgerinnen und Preisträger vor dem Museum Wiesbaden und einer Erfrischung für alle endete der festliche Vormittag.

Text: Barbara H. und Paulina S. (6b)

Fotos: Frau Dürr

Besuch einer Redakteurin der F.A.Z.

Am 06.03.2025 besuchte uns Frau Magel, eine Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Rahmen des F.A.Z. – Projekts „Meine Zeitung“ und berichtete uns von ihrem Beruf. Frau Magel leitet den Kulturbereich der Rhein-Main-Redaktion. Bereits mit 29 Jahren kam sie zur F.A.Z. Sie berichtete uns von ihrem Tagesablauf und betonte aber auch, dass jeder Tag unterschiedlich ist, weswegen sie ihre Arbeit spannend findet.

Portrait von Eva-Maria Magel, Redakteurin der F.A.Z., aufgenommen am 16.03.2018 im F.A.Z.-Studio in Frankfurt.

Frau Magel erzählte uns die Geschichte der F.A.Z., unter anderem, dass die F.A.Z. 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden ist. Die F.A.Z. ist eine GmbH, die zu einem großen Teil einer Stiftung gehört.  Die Journalisten haben große Freiheiten in Bezug auf das Veröffentlichen von Artikeln.

Es gibt auch die Digitalzeitung faz.net, in der 24/7 die aktuellsten Neuigkeiten sofort veröffentlicht werden und man als Leserin bzw. Leser einen guten Überblick über die neuesten Informationen hat. Darüber hinaus gibt es natürlich noch die Papierzeitung, in der man einen großen Überblick darüber bekommt, was auf der Welt passiert ist. Es arbeiten auf der ganzen Welt etwa 35 Korrespondentinnen und Korrespondenten ausschließlich für die F.A.Z.

Die F.A.Z. hat eine eigene KI und alle Mitarbeitende der Zeitung können auf sie zugreifen, zum Beispiel um etwas zu recherchieren oder um Interviews zu bearbeiten. Doch man sollte nicht alles glauben, was eine KI sagt. Ganz in diesem Sinne lautet der Slogan der F.A.Z.: “Freiheit beginnt im Kopf.“ 

Unsere Klasse hat in zwei Stunden von Frau Magel sehr viel gelernt.

Danke, Frau Magel, dass Sie bei uns waren!

Klasse 7b

Foto der Klasse: Frau Richter-Seitz

Foto von Frau Magel: F.A.Z./Frank Röth

Vorankündigung: Frankfurt liest ein Buch

Liebe Schulgemeinde, liebe Gäste,

im Rahmen des 16. Lesefests „Frankfurt liest ein Buch“ laden wir herzlich zu einer besonderen Veranstaltung ein: 
Am 30. April 2025 um 18:00 Uhr begrüßen wir den Autor Dirk Kurbjuweit zu einer Lesung in unserer Aula – ein weiterer Höhepunkt unserer Reihe „Gagern-Live“.
Gelesen wird aus „Nachbeben“, dem für dieses Jahr ausgewählten Roman. Er rückt das Frankfurt der Banken, der Börse und der Geldpolitik in den Mittelpunkt – eine Seite der Stadt, die im Lesefest bislang kaum beleuchtet wurde. Kurbjuweit erzählt vom Leben eines jungen Bankers, dessen Karriere und Überzeugungen durch persönliche wie gesellschaftliche Umbrüche erschüttert werden. Der Blick von der Erdbebenwarte am Kleinen Feldberg auf die Skyline Frankfurts wird dabei zum eindrucksvollen Bild für innere und äußere Spannungen.
Die Lesung und das anschließende Gespräch mit dem Autor werden von Oberstufenschülerinnen und -schülern moderiert. Danach ist auch das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen.
Der Eintritt ist frei – über eine Spende zur Unterstützung unserer kulturellen Arbeit freuen wir uns sehr.
Einlass ist ab 17:40 Uhr.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen anregenden Abend!

Tierbeschreibung im Zoo

Sicherlich lässt sich ein Tier am besten beschreiben, wenn man es unmittelbar vor sich sieht. Dieser Meinung waren auch zwei 5. Klassen, die im Rahmen der Deutschunterrichtseinheit „Tierbeschreibung“ die Nähe zum Zoo nutzten, um Lieblingstiere zu suchen und sie zu beschreiben. Zu den Favoriten gehörten Affen, Pinguine, Robben und Brillenbären.

Aus den festgehaltenen Beobachtungen und gesammelten Fakten zu den Tieren entstanden im Unterricht Infoplakate, Suchanzeigen oder Artikel für Tierzeitschriften.

Deutschunterricht: 5a Benner / 5d Battenberg – März 2025

Zebras im Schnee

Lesung mit Florian Wacker

Am 29. April 2024 war es endlich so weit: Die mit Spannung erwartete Lesung mit dem Autor Florian Wacker fand im Rahmen des Festivals „Frankfurt liest ein Buch“ in der Aula des HvGG statt. Unser Deutsch-Leistungskurs, geleitet von Frau Benner, hatte sich in den Wochen zuvor intensiv mit Wackers Roman „Zebras im Schnee“ auseinandergesetzt und Fragen für das Interview vorbereitet. 

Zu Beginn des Abends las der Autor drei Passagen aus seinem Buch vor: aus den Kapiteln „Leica“, „Schnappschüsse“ und „Terminal 2“. Zeitgleich kreierte der Kunst-Leistungskurs unter der Leitung von Frau Jazo ein beeindruckendes Live-Painting. Auf einer zehn Meter langen Papierbahn brachten die Schülerinnen und Schüler ihre Assoziationen zum Text zum Ausdruck. Figuren und Orte der Handlung nahmen unter den Augen der Gäste zunehmend Gestalt an. Diese künstlerische Darbietung ergänzte die Lesung auf eine sehr besondere Weise. Nach der Lesung und unserem Interview mit Florian Wacker konnten auch die Gäste Fragen stellen und es entspann sich eine interessante Diskussion um Literatur und Fotografie. 

Das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ist häufig Gastgeber für kulturelle Ereignisse, die unser Schulleben bereichern und uns spannende neue Erfahrungen bieten. Das ausgeprägte Interesse und Engagement unserer Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte unterstreichen den großen Erfolg dieser Veranstaltungen. Die positive Resonanz der Teilnehmenden, von denen viele am Ende begeistert den Roman am Bücherstand erwarben, spiegelt dies eindrucksvoll wider.

Wir sind dankbar für diese einzigartige Chance und hoffen, dass wir auch in Zukunft solche besonderen Momente erleben dürfen.

Text: Noussaiba Elmoatasimi, Q2

Briefe an die Freundschaft

Was macht gute Freunde aus? Was bedeutet Freundschaft und wie sieht sie aus?

Mit diesem Thema haben sich rund 9500 Schülerinnen und Schüler am „Tag der Handschrift“ beschäftigt. Dieser findet einmal im Jahr statt und wird von der Stiftung Handschrift organisiert. Diese wurde gegründet, um das Schreiben mit der Hand zu fördern, da man sich Dinge besser merken kann, wenn man sie mit der Hand aufschreibt, und die Handschrift auch etwas Persönliches ausdrückt. 

Am „Tag der Handschrift“ schreiben Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Thema einen Brief. Dieses Jahr war das Thema „Freundschaft“. Nachdem die Briefe in den Klassen geschrieben worden sind, werden sie an die Stiftung geschickt, wo sie alle gelesen und die besten 100 ausgewählt werden.

Auch ich habe mit meiner Klasse teilgenommen und hatte, gemeinsam mit drei weiteren Schülerinnen und Schülern vom Gagern das Glück, zur Preisverleihung eingeladen zu werden. Am Tag der Preisverleihung musste ich nicht in die Schule, sondern um 9:30 Uhr im Museum Wiesbaden sein, wo die Veranstaltung stattfinden sollte. Ich war sehr aufgeregt, als ich zwischen den vielen Gästen, Mitarbeitern und Presseleuten zu meinem Platz ging. 

Um 10:00 Uhr begann die Veranstaltung. Als erstes wurden Begrüßungsreden vom Kultusminister, vom Museumsdirektor und einem Vertreter der Stiftung Handschrift gehalten. Danach wurde ein Video gezeigt, in dem Kinder über Freundschaft und Handschrift sprachen und eine Teilnehmerin von The Voice Kids sang zwischendurch zwei Songs mit Klavierbegleitung. 

Währenddessen stieg meine Aufregung. Man hatte mich nämlich gefragt, ob ich meinen Brief auf der Bühne vorlesen wolle. Als es so weit war, holte ich tief Luft, um meinen Brief vorzulesen. Ich hatte meinen Brief an die Freundschaft selbst geschrieben und sie gefragt, wie sie aussieht. In meinem Brief habe ich mir überlegt, welche Formen sie haben könnte.

Nachdem ich vorgelesen hatte, lasen noch zwei weitere Kinder ihre Briefe vor. Der eine hatte seinen Brief über die Freundschaft zwischen ihm und der Schokolade geschrieben, die andere ihren Brief an ihre verstorbene Brieffreundin gerichtet. Im Anschluss wurden auf der Bühne noch Schüler und Lehrer zum Thema Handschrift, Scheiben und Freundschaft interviewt. Zum Schluss bekamen alle eine Urkunde und das Buch, in dem alle 100 prämierten Briefe abgedruckt sind. Mit Interesse habe ich gelesen, womit andere Kinder Freundschaft verbinden: mit Spaß und Nähe, mit Enttäuschung und Schmerz, aber vor allem mit Wärme und Unterstützung.

Text: Hannah Bälz, 7b

Fotos: Frau Bälz