Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Frankfurt am Main

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Latein

Letzte Änderung:
23.10.2015
Verantwortliche/r:
Andreas Weschke

Latein

Titusbogen

Grammatikunterricht Klasse 5

Grammatik-Synopse (Deutsch-Latein, Klasse 5)


Aus dem Unterricht:

Wozu Latein?

„Weg mit dem Gerümpel!“ rufen die einen.
Das Lob des Latein singen die anderen.

Dazwischen stehen die Eltern, ratlos angesichts der Frage, welchem Typ des Gymnasiums sie ihre Kinder anvertrauen sollen. Gehen sie vom Standpunkt der Nützlichkeit aus, führt Englisch oder Französisch ab Klasse 5 zur unmittelbaren Anwendbarkeit des Erlernten. Mit Englisch oder Franzö­sisch können ihre Kinder sich im Ausland verständigen, können sie auf Reisen aus­drücken, was sie wollen, können sie sich mit Ausländern unterhalten.

Was aber spricht für das „tote“ Latein? Und zwar nicht nur für die Sprache gemeinhin im Fächerkanon der Schule, sondern für das Erlernen des Lateinischen ab Klasse 5?

Die Schule wird niemals in der Lage sein, ein halbes Dutzend Sprachen zu vermit­teln. Will sie aber ihrem Anspruch, für das Leben auszubilden, genügen, muss sie eine Basissprache anbieten, deren System und Struktur zur Vermittlung allgemeiner Sprachkunde geeignet ist. Die fundierte Kenntnis einer solchen „Basissprache“ soll in der Schule, aber auch an Universitäten und erst recht im späteren Berufsleben, dazu befähigen, sich schnell und selbständig in fremde Sprachen einzuarbeiten, zumin­dest eine ausreichende Lesefähigkeit zu gewinnen.

Keine lebende Sprache bietet dafür bessere Voraussetzungen als das tote Latein. (siehe auch Sprachenstammbaum weiter unten!)

Latein kann unbeeinflusst von Veränderungen, denen gesprochene Sprachen unterliegen, analysiert werden. Einmal abgesehen vom Nutzen des lateinischen Wortschatzes für das Erlernen der romanischen Sprache, aber auch des Englischen, bietet Latein ein einzigartiges Grundmuster, eine Folie, die fast jeder Sprache unterlegt werden kann.

Wem sind nicht die Eigenheiten und Regeln der eigenen Muttersprache erst beim Erlernen des Latein so richtig aufgegangen?
Latein war jahrhundertelang die Sprache der Wissenschaft. Auch heute noch werden tausende von neuen Begriffen in Forschung und Technik aus ihr abgeleitet.

Die Lernpsycholo­gie hat festgestellt, dass der Lernpro­zess durch Wie­dererkennen von Bekanntem, aber auch durch das Begreifen des Kontrastes zum Gewohnten in be­sonderer Weise gefördert wird.
Diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit, eine klar strukturierte Fundamentalsprache wie das Latein an den Beginn jeder systematischen Sprachausbildung setzen.

Es mag dahingestellt sein, ob Latein in besonderer Weise das logische Denken för­dert. Wesentlich ist vielmehr, dass der Umgang mit lateinischen Texten zu einem bewussten verbalen Denken erzieht.
Diese Erziehung zu bewusstem Sprachgebrauch muss aber, soll sie erfolgreich sein, so früh wie möglich beginnen. Daher der Einsatz des Lateinunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler des altsprachlichen Gymnasiums in Jahrgangsstufe 5.

Der Lateinunterricht ist heute so angelegt, dass bei genügender Aufmerksamkeit des Schülers im Unterricht eine Hilfe des Elternhauses nicht erforderlich ist. Deshalb sollten auch Eltern, die selbst nicht Latein gelernt haben, es wagen, ihrem Kind den Zugang zu Latein als erster Fremdsprache zu eröffnen.

Am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ist nach gründlicher Erprobung das moderne Unterrichtswerk „Prima“ eingeführt. Die Lateinlehrer koordinieren ihre Arbeit nicht nur mit den Deutsch­lehrern, sondern auch mit den Leh­rern, die Englisch in den Anfangs­klassen unterrichten, um über eine gemeinsame Fachterminologie und Sprachvergleiche Synergieeffekte nutzbar machen zu können.

Zur Geschichte der lateinischen Sprache

Die lateinische Sprache gehört der indogermanischen Wortfamilie an, die alle germanischen und slawischen Sprachen, sowie das Griechische, umfaßt. In ihren Anfängen war das Lateinische die Sprache des italienischen Stammes der Latiner in der Landschaft Latium, deren Mittelpunkt Rom wurde. Mit der Eroberung Italiens verbreiteten die Römer die Sprache über die ganze Halbinsel. Im römischen Weltreich wurde Latein die Amts- und Verkehrssprache. Schriftsteller wie Caesar oder Cicero schufen ihre klassische Form. Dennoch konnte sich im Osten des Weltreiches die lateinische Sprache nicht behaupten, da hier die griechische Kultur die Überlegenheit behielt. Dagegen war im Westen des Imperium Romanum Latein die Sprache der verschiedenen Völker untereinander, die Sprache der Verwaltung und des Rechts, des Handels, des Unterrichts, der Literatur und der Wissenschaft.
Trotz des Untergangs des römischen Reiches im 5. nachchristlichen Jahrhundert, blieb die Sprache über 1000 Jahre hinweg lebendig und wurde im Mittelalter die Sprache der Gelehrten und Diplomaten, der römischen Kirche, der Schulen und Universitäten.


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