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Una bella conoscenza – Eine schöne Bekanntschaft

Ein Bericht von Giulia Mudrack und Amelie Trummer aus dem Italienisch-Unterricht (It-E/Q3)

Habt ihr schonmal von Autismus gehört? Bei Andrea, in Italien ein Männer-Name, wurde diese Entwicklungsstörung festgestellt, als er drei war. Autismus tritt in verschiedenen Formen auf: So haben Autisten manchmal Probleme im alltäglichen Umgang mit anderen und haben Schwierigkeiten beim Sprechen. Doch, dass ein „bisschen anders sein“ nicht schlecht oder komisch ist, merken wir, wenn wir Andreas Geschichte hören: Ein Buch namens „Se ti abbraccio non aver paura“ (Wenn ich dich umarme, habe keine Angst) erzählt über Andreas Reise quer durch die USA und Lateinamerika mit seinem Vater Franco. Der Titel des Buches ist inspiriert von einer Eigenschaft von Andrea, die ihn dazu veranlasst, ständig Leute zu umarmen. Über diese Reise hatte Franco dem Autor Fulvio Ervas berichtet, der im Anschluss dieses Buch geschrieben hat, das auch verfilmt wurde. Mittlerweile ist Andrea, der während der Reise gerademal 17 war, 28 und lebt alleine. Er hat auch schon selber ein Buch geschrieben. Kennengelernt hat unser Italienisch-Kurs Andrea zunächst durch unsere Italienischlehrerin Signora Sgrosso, die uns über ihn erzählte und seine Geschichte in unseren Unterricht eingebunden hat.

Besonders engagiert arbeiten die beiden in ihrer Stiftung „I Bambini Delle Fate“ (Die Feenkinder – https://www.ibambinidellefate.it/), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit Projekten das Leben von Familien zu verbessern, die täglich mit den Herausforderungen des Autismus leben. Auch sollen Autisten besser in die Gesellschaft eingebunden und ihnen geholfen werden, auch alleine klarzukommen und wie Andrea auch selbstständig leben zu können.

Weil wir nun schon so viel über Andrea und seine Familie gehört hatten, entschlossen wir uns, ihm als Kurs eine E-Mail zu schreiben. Und groß war die Freude, als wir eine Antwort von ihm persönlich erhielten. Durch seine Antworten auf Fragen, die wir ihm gestellt hatten, konnten wir ihn noch besser kennenlernen und mehr über seine Persönlichkeit und seine Pläne für die Zukunft erfahren. Andreas Antwort war dabei sehr poetisch und philosophisch und auch geprägt von seinem eigenen Schreibstil. Er forderte uns auf noch mehr aufeinander zu achten und unsere Freundschaften zu schätzen.

Für sein junges Alter erschien uns allen Andrea schon sehr weise und erfahren und vor allem waren wir froh, einen so besonderen, freundlichen und intelligenten jungen Mann kennenlernen zu dürfen. Seine Worte und Ideen sollten wir uns alle zu Herzen nehmen und uns von ihm dazu inspirieren lassen, stets aufeinander zu achten und uns gegenseitig zu unterstützen, besonders, weil die Corona-Pandemie uns zurzeit alle belastet. Doch solche Situationen stellen auch eine Chance dar, uns den Wert von Freundschaft und Verbundenheit noch mehr bewusst zu machen.