Zierpflanzen

Typische Frühblüher wie Schneeglöckchen erscheinen im warmen Stadtklima schon ab Januar, später folgen Krokusse, Hyazinthen, Traubenhyazinthen, Tulpen, Narzissen und Anemone blanda. Sie profitieren dabei von den Nährstoffen, die sie in unterirdischen Speicherorganen (Zwiebeln oder Wurzelsprossen) gelagert haben. Aber auch das japanische Goldröschen blüht sehr früh.

Im späteren Frühjahr blühen Iris, Schwertlilien und Pfingstrosen. Im Sommer blüht der Schmetter­lingsstrauch und lockt Schmetterlinge an, die sich von seinem Nektar ernähren. Stauden, die im Sommer blühen, sind der weiße Stauden- Phlox (Phlox paniculata), sowie die gelbe Topinambur, deren Sprossknollen essbar sind. Ein Dauerblüher ist die kleine Rose, die ungefähr in der Mitte des Schulgartens steht.

Wildkräuter

Im hinteren Bereich der kleinen Wiese wurden verschiedene Wildkräuter- Mischungen ausgesät. Dieser Bereich sollte nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden, damit sich eine artenreiche Pflanzengesellschaft etablieren kann. Auch Brennnesseln sind wertvolle Wildkräuter. Ihre Blätter dienen den Raupen von Schmetterlingen, wie dem kleinen Fuchs und dem Admiral-Falter, als Nahrung.

Nutzpflanzen

Der Feigenbaum wurde dem Schulgarten 2022 von Frau Vollrath vermacht. Er hält die Erinnerung an eine äußerst kompetente und beliebte Lehrerin für Latein, Griechisch und Philosophie (Trägerin des deutschen Lehrkräftepreises 2021) lebendig. Obwohl der Feigenbaum aus dem Mittelmeerraum stammt, scheint er sich im milden Frankfurter Stadtklima wohl zu fühlen.

Der Apfelbaum wurde im Herbst 2023 angeschafft und gepflanzt. Auf eine Grundlage wurden drei verschiedene Sorten von Edelreisern gepfropft: Melrose, Cox Orangenrenette und Alkmene. Beim Kulturapfel ist eine gegenseitige Befruchtung zwischen Bäumen derselben Sorte in den allermeisten Fällen nicht möglich. In einem Obstgarten müssen daher verschiedene Apfelsorten stehen. Hat man nur wenig Platz, ist ein einzelner Baum, der verschiedene Sorten trägt, eine sinnvolle Alternative.

Erdbeeren und Himbeeren gedeihen gut im Schulgarten und tragen viele schmackhafte Früchte.

Im Jahr 2021 und erneut im Jahr 2024 hat die Garten AG erste Versuche mit dem Anbau von Gemüse (Radieschen, Bohnen, Tomaten, Brokkoli, Lauch, Karotten und Rotkohl) und Kräutern (Schnittlauch, Kerbel Rosmarin und Thymian) gemacht. Die Erträge waren bescheiden, denn der Boden im Schul­garten ist sandig und arm an Nährstoffen. Es wird noch viel Arbeit nötig sein, um den Boden mit Humus anzureichern, damit er die Pflanzen besser mit Wasser und Mineralstoffe versorgen kann.

Ein größeres Problem bestand im Jahr 2024 darin, dass die Blätter vieler Nutzpflanzen, insbesondere Kohlrabin und Broccoli, von Vögeln abgepickt worden waren. Um dies zu verhindern, wurde im Frühling des Jahres 2025 ein Drahtkäfig um den Nutzgarten herum gebaut, der nur dann geöffnet wird, wenn Gartenarbeiten nötig sind. Nun können Kopfsalat, Pflücksalat, Kräuter, Bohnen, Lauch und Kohlrabi in Sicherheit gedeihen.

Der südliche Zürgelbaum

Dieser Baum stammt aus dem Mittelmeerraum und wurde in Frankfurt als Straßenbaum angepflanzt, z.B. auch in der Hanauer Landstraße. Als wärmeliebender, allerdings auch etwas frostempfindlicher Baum kann er mit dem Klimawandel vermutlich gut zurechtkommen. Der Baum im Schulgarten wurde vermutlich nicht von einem Menschen gepflanzt, sondern von einem Vogel. Der südliche Zürgelbaum bildet Steinfrüchte, die essbar sind und z.B. zu Marmeladen verarbeitet werden. Die Früchte ähneln Kirschen, allerdings ist das Fruchtfleisch sehr dünn und der Kern sehr groß. Abgesehen davon, dass die Früchte von Vögeln gefressen werden, ist der ökologische Wert des südlichen Zürgelbaums gering. Nur wenige Insektenarten leben von diesem Baum, abgeworfenes Laub wird von den im Boden lebenden Destruenten nur sehr langsam abgebaut. Für den Schulgarten nützlich ist der Schatten, den er im Sommer spendet. So wird vermieden, dass der Schulgarten in den Sommerferien allzu sehr austrocknet.

Pflanzen, die zurückgedrängt werden sollen

Einige Neophythen (Pflanzen, die aus anderen Erdteilen „eingeschleppt“ wurden), aber auch einheimische Bäume, Sträucher und Wildkräuter, sind sehr konkurrenzstark und würden über kurz oder lang die erwünschten Pflanzen verdrängen. Ein Garten ist eben ein vom Menschen gestaltetes und kein natürliches Biotop. Ohne den Eingriff des Menschen würde eine Sukzession stattfinden und der Garten würde zunächst von Wildkräutern, später dann von Büschen und schließlich von Bäumen überwachsen.

In dem kleinen Schulgarten ist leider kein Platz mehr für weitere Büsche und Bäume. Mehrere große Götterbäume wurden bereits gefällt oder ausgegraben, es gibt aber immer wieder Sämlinge, die konsequent entfernt werden müssen. Dasselbe gilt für Sämlinge des Zürgelbaums, für kleine Eichen, Ahornbäume und Hartriegel-Sträucher.

Krautige Pflanzen, die unter Kontrolle gehalten werden sollen, sind z.B. das einjährige Berufkraut, das kanadische Berufkraut (zwei Neophyten aus Nordamerika), der Breitwegerich, der Spitzwegerich, verschiedene Ampfer-Arten und die Bach-Nelkenwurz.

Brennnesseln sollen wegen ihres ökologischen Wertes geduldet werden. Im Schulgarten sollen sie auf den halbschattigen Bereich in der Nähe des Holunders und des Feigenbaums beschränkt bleiben.