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Ich wünsche euch, dass ihr nie in einer Diktatur leben werdet. Dafür müsst ihr kämpfen.

Text:
Charlotte Wittich, Q3
Letzte Änderung:
05.12.2019
Verantwortliche/r:
Julian Benedikt Heuschen

Ich wünsche euch, dass ihr nie in einer Diktatur leben werdet. Dafür müsst ihr kämpfen.

Dreißig Jahre Mauerfall, das war ein großes Thema des letzten Monats, des letzten Jahres. Die Mauer, der Kalte Krieg, das geteilte Deutschland und schließlich die Wiedervereinigung ist für viele Deutsche noch keine allzu blasse Erinnerung. Doch wir, die Schüler der Q3, können uns eine Mauer, die nur knapp zwei Stunden Busfahrt von Frankfurt entfernt verlaufen sein soll, heute nur schwierig vorstellen. Umso eindrücklicher ist es, als wir am Mittwoch, den 26. November am Ziel unserer Geschichts-Exkursion ankommen: Point Alpha, der wichtigste Stützpunkt der Amerikaner an der innerdeutschen Grenze in den Jahren 1951 bis 1990. Die Gedenkstätte Point Alpha ist der einzige ehemalige Stützpunkt, der heute noch ein authentisches Bild von der damaligen Situation vermittelt: Kein weiteres US-Lager wurde nach dem Mauerfall erhalten.

Point Alpha

Hier lassen sich aber nicht nur die Baracken der US-Soldaten besichtigen, sondern auch die Zäune, der Wachturm und der Todesstreifen der ehemaligen Grenze sind erhalten. Im „Haus an der Grenze“ erfahren wir weiteres über das Leben in der DDR und den Mauerfall.

Alle Geschichtskurse haben außerdem die Chance, mit einem Zeitzeugen zu sprechen. Die vier Redner waren alle mit der Mauer aufgewachsen und hatten erlebt, wie Deutschland sich teilte und schließlich wiedervereinte, und konnten uns von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem sozialistischen Regime erzählen.

Point Alpha

Besonders eindrücklich war es für mich, dass Herr Klaus T. (Jg. 1944) uns die Stasi-Akte mitgebracht hatte, die er nach der Wende einsehen durfte. Die Stasi hatte alle seine Briefe, die er an seinen Bruder im Westen geschrieben hatte, sowie Protokolle seiner Telefonate gesammelt. Außerdem war er dafür gemeldet worden, dass er sich auf einem Elternabend regime-kritisch geäußert hatte. Die geschichtlichen Fakten, die wir schon im Unterricht gelernt hatten, auch so konkret bestätigt zu sehen, war beeindruckend. Die Geschichte Deutschlands und die Lebensrealität der DDR-Bürger ist faszinierend, aber der Satz, der auf der Rückfahrt nachklingt, ist der Gruß, den Herr T. uns mitgibt: „Ich wünsche euch, dass ihr nie in einer Diktatur leben werdet. Dafür müsst ihr kämpfen.“


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