Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Frankfurt am Main

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Hellas 2019

Text:
Vincent Börsch-Supan
Fotos:
Vincent Börsch-Supan
Jelena Jazo
Letzte Änderung:
02.10.2019
Verantwortliche/r:
Jelena Jazo

Hellas 2019

Hellas

Am 14.09.2019 war es für die Schüler*innen der Q3 endlich soweit: Die - für viele 7 lange Jahre herbeigesehnte - Hellas-Fahrt stand an! Zwei Wochen lang erlebten knapp 90 Philhellen*innen (und solche, die es spätestens dann wurden) das Land der Griechen mit allen Sinnen.

Ein Bericht von Vincent Börsch-Supan:

Es fühlt sich wirklich nicht wie eine richtige Abfahrt an. Es ist 9 Uhr abends und es ist schon lange dunkel. Normalerweise fährt man irgendwie morgens los, insofern war es merkwürdig, nach einem vollen Tag noch in den Bus zu steigen und die zweitägige Fahrt nach Griechenland anzutreten.
Auch wenn es im Bus unbequem zu schlafen ist und wir alle drei Stunden anhalten müssen, schaffen wir es einigermaßen durch die Nacht. Wir wachen am nächsten Morgen auf und fahren weiter durch die italienische Landschaft. Gegen Mittag kommen wir endlich in der Hafenstadt Ancona an, von wo aus unsere Fähre losgeht. Nachdem wir in der glühenden Hitze all unsere Koffer aus dem Bus geholt, die Pässe vorgezeigt haben und das Gepäck durchleuchtet wurde, dürfen wir noch einmal für einige Zeit in die Innenstadt von Ancona, weil die Fähre Verspätung hat.
Es stellt sich heraus, dass die Fähre in etwa so groß ist wie ein Kreuzfahrtschiff, mit Rolltreppen, mehreren Restaurants und einem Swimming Pool (der jedoch geschlossen war) an Bord. Die nächsten 24 Stunden verbringen wir auf der Fähre, größtenteils ohne Mobilfunkempfang, dafür aber mit einem spektakulären Sonnenuntergang auf hoher See. Als wir am nächsten Morgen aufwachen, fahren wir gerade über die albanisch-griechische Seegrenze an der Küste entlang.

Etwa neun Stunden später kommen wir in Patras an, wo wir das Schiff verlassen und wieder in unsere Busse steigen. Zwei Stunden später sind wir dann im Ort Olympia, der sich um die Ausgrabungsstätte gebildet hat, angekommen und besichtigen unser (griechisches Vier-Sterne-)Hotel. Das große Highlight der Unterkunft ist der gigantische Pool, in den die meisten von uns vor dem Abendessen einmal hineinspringen.

Am nächsten Tag geht es dann ins richtige Olympia, nämlich die Ausgrabungsstätte. Neben dem großen Zeustempel, in dem die bekannte Zeusstatue von Phidias stand, besichtigen (und belaufen) wir auch das Olympische Stadion, eine ca. 200m lange Rennbahn aus Sand. Herr Weschke, nicht nur Organisator, sondern auch Reiseführer, erzählt uns darüber, dass selbst in der Antike schon in großem Stil gedopt wurde – echter Olympischer Geist also!
Nach der Besichtigung des Museums, in dem unter anderem der Helm des legendären Miltiades (dem Strategen, der in Marathon gegen die Perser gewann) zu finden ist, geht es direkt weiter zu unserer zweiten Unterkunft in Pylos. Da die Gruppe zu groß ist, sind wir dort in zwei Hotels untergebracht, die jedoch nur ein paar hundert Meter auseinander sind. In Pylos selbst besichtigen wir nichts, da die dortige Festung an dem Tag leider geschlossen ist. Also fahren wir schon früh weiter nach Mistras, eine Stadt in der Nähe von Sparta, wo wir die Kloster- und Burganlage erklimmen und besichtigen. Am Abend checken wir dann in unserem Hotel in Tolo ein, wo wir die nächsten vier Nächte verbringen.

Der darauffolgende Tag beginnt wie so oft mit einer Busfahrt, diesmal nach Nemea. Die dort gefundenen Tempelruinen werden ebenso wie das dazugehörige Museum besichtigt, bevor es zur Wiederholung des olympischen Sprints auf der nemeischen Rennbahn kommt. Neben den Olympischen Spielen gab es nämlich noch drei andere panhellenische Spiele, die in unterschiedlichen Zeitabständen abgehalten wurden, unter anderem die Nemeischen Spiele. Von Nemea aus geht es weiter nach Korinth, wo wir zunächst den Isthmos von Korinth besichtigen, den einzigen Ort, wo die Peloponnes mit dem griechischen Festland verbunden ist. Neben dem heutigen Korinth befindet sich Alt-Korinth, also das Korinth, das in der Antike existierte und von dem die Bibel berichtet. Auch hier wird wieder die Ausgrabungsstätte und das Museum besichtigt, bevor es wieder in den Bus und zurück nach Tolo geht.

Auch der nächste Tag beginnt wieder – wie könnte es anders sein – mit einer Busfahrt, diesmal nach Epidauros. Dort besichtigen wir mit unserem Arzt, Herrn Weschke, das Asklepios-Heiligtum und werden in unsere Krankenzimmer eingewiesen. Nach dem Motto „mens sana in corpore sano“ gibt es beim Krankenhaus natürlich auch... ein Theater! Das Theater von Epidauros ist außergewöhnlich in vielerlei Hinsicht; von seiner Größe über die Akustik bis hin zu dem exzellenten Zustand, in dem es sich noch heute befindet. Der Akustiktest – eine Münze auf einen Stein auf der Bühne fallen zu lassen – wird mit Bravour bestanden: Man hört das Geräusch auch noch ganz oben am Rand des Theaters. Weiter geht es nach Mykene, eine nie eingenommene Festung und der Ort, an dem Agamemnon einst herrschte.
Auf dem Rückweg halten wir noch einmal an einer Pyramide in Kefalari an. Dort klettern alle auf die Ruine und lauschen gespannt einer Rezitation einiger Schüler*innen vom Theaterstück „Medea“. In den letzten Zügen der Szene beginnt es dann, aus vollen Eimern zu regnen und wir flüchten uns schnell in die Busse. Einen letzten Stopp machen wir noch bei einer Felsenkirche, in der die Griechen während Zeiten der Oppression durch Fremdherrscher ihre Kultur und Sprache weitergaben.

Am folgenden Tag geht es... nicht mit einer Busfahrt los, es ist nämlich unser freier Tag! Einige nutzen den Tag, um am Strand oder im Hotel zu entspannen, andere fahren mit dem Bus in das benachbarte Nafplio, das einst sogar einmal griechische Hauptstadt war. Erst am Abend finden sich alle wieder im Hotel zum gemeinsamen, letzten Abendessen in Tolo zusammen.

Der Sonntag beginnt aber dann wieder, wie gewohnt, mit einer Busfahrt nach Eleusis. Dort sehen wir uns die Ausgrabungsstätte an, an der in der Antike die größte überdachte Fläche stand und von wo aus der Perserkönig Xerxes den Untergang seiner Flotte beobachtete. Eine kurze Busfahrt später sind wir dann in der Hauptstadt, Athen, wo wir in unser Hotel einchecken. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es dann auch schon gleich ruck zuck weiter ins Nationalmuseum, in dem die größten archäologischen Schätze Griechenlands liegen. Gemeinsam bestaunen wir die Maske des Agamemnon (die gar nicht Agamemnon gehörte) oder eine Bronzestatue des Zeus.

Der Montag beginnt für einige früher als andere – eine Hälfte von uns muss nämlich schon um 7:30 Uhr vom Hotel aus die U-Bahn nehmen und ins Akropolis-Museum, die anderen dürfen noch bis 9 Uhr ausschlafen. Von Museum geht es dann auch auf die echte Akropolis, vorbei am Dionysostheater, dem größten Theater der Antike, in dem Meisterwerke wie Medea, Ödipus und Antigone uraufgeführt wurden. Oben angekommen zwängen wir uns durch die Menschenmengen durch den Eingangsbereich in Richtung des Parthenon. Dieses wird gerade wieder rekonstruiert, weshalb in allen Bildern Kräne zu sehen sind. Der Blick auf Athen war eher ernüchternd – weiße Häuser im Smog, so weit das Auge reicht. Nach dem Abstieg von der „Hochstadt“, steigen wir auf einer vollen Straße flott wieder in unsere Busse und beginnen eine anderthalbstündige Fahrt an den südlichsten Punkt von Attika, Kap Sunion. Dort haben wir in der Nachmittagssonne die Gelegenheit, ins Meer zu gehen. Zum Abschluss fahren wir für den Sonnenuntergang noch zum Poseidontempel, von wo aus man einen fantastischen Blick bei schönstem Licht aufs Meer und die umliegende Landschaft hat. Ein Ort wie gemacht für das perfekte Erinnerungsfoto. Dementsprechend spät kommen wir auch erst wieder im Hotel in Athen an, sodass unsere Zeit abends, die wir normalerweise draußen verbringen dürfen, leider wegfällt.

Am letzten Morgen in Athen laufen wir als große Gruppe durch die Innenstadt bis zur Agora, dem alten Marktplatz von Athen. Dort stand unter anderem auch die Stoa, eine Säulenhalle, nach der dann die philosophische Richtung benannt wurde. Vielleicht stand hier auch das Gefängnis, in dem Sokrates inhaftiert war. Was wir sicher wissen, ist jedoch, dass oberhalb der Agora der am besten erhaltene Tempel der griechischen Antike – ein Hephaistostempel – steht. Dieser ist nur so gut erhalten, weil er von den Christen kurzerhand zur Kirche umfunktioniert wurde. Nach der Wildlife-Sensation des Trips (zwei Schildkröten) geht es in den Bus und wir fahren in die Berge, zunächst ins Kloster des Hosios Lukas. Hier sind es angenehme 20°C, aber trotzdem tragen einige von uns zu kurze Kleidung, die im Kloster nicht erlaubt ist. Daher gibt es für diese Personen dann umwerfend aussehende Röcke bzw. Hosen (natürlich nach Geschlecht getrennt – kein Mädchen darf eine Hose und kein Junge einen Rock anziehen!). Das Kloster ist noch sehr gut erhalten (manche Dinge, wie das Skelett eines Abts, sogar noch etwas zu gut) und die mit Blattgold versetzten Mosaike sind überwältigend.
Vom Kloster aus geht es dann zu unserer letzten Unterkunft nach Delphi. Dort besichtigen wir noch kurz einen Teil des Heiligtums, bevor es wieder in die Hotels für die Nacht geht.

Der letzte Morgen in Griechenland beginnt mit einer kurzen Wanderung vom Ort Delphi zur Ausgrabungsstätte, wo wir den Geist des Orakels, das viel Glück, aber auch viel Unheil verkündete, einmal selbst erleben dürfen. Obwohl wir alle schon relativ erschöpft sind von der Fahrt, füllen wir voller Begeisterung die Rallye aus, die uns für den Ort gegeben wurde. Im Museum von Delphi, dem letzten kulturell wertvollen Ort, den wir auf der Fahrt besuchen, sehen wir zum krönenden Abschluss noch einmal den Wagenlenker, eine klassische Bronzestatue.

Die Rückfahrt nach Patras über die zweite Möglichkeit, auf die Peloponnes zu kommen – die Europabrücke – verläuft relativ unspektakulär. Im lokalen Supermarkt decken wir uns noch ein letztes Mal mit Essen für die Fähre und die Busfahrt ein (für viele bedeutet das ein letztes Mal Tonnen von Fladenbrot und Hummus oder Tsatsiki kaufen), bevor wieder die Einschiffung beginnt. Auf der Fähre treffen wir noch ein zweites Mal die Schüler*innen des Lessing-Gymnasiums, die eine ähnliche Fahrt wie wir hinter sich haben.
Nach einer kurzen Verzögerung in Italien geht es diesmal durch Österreich zurück nach Deutschland, wo wir nach den zwei Wochen sommerlicher Temperaturen und strahlender Sonne von grauen Wolken und Regen begrüßt werden. Alles wieder wie gehabt.



Video zur Hellas-Fahrt 2019 auf YouTube:
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Die Hellas-Fahrt 2019 in Bildern:


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