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Ein Hauch von Hollywood

Letzte Änderung:
23.12.2017
Verantwortliche/r:
Jan Czudai

Ein Hauch von Hollywood

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Am 12. Dezember 2017 fand im Leistungskurs Politik & Wirtschaft von Herrn Czudai im Rahmen der Kursthemen "Entwicklung" und "Internationale Konflikte/Terrorismus" Unterricht eher ungewöhnlicher Art statt - und im Mittelpunkt stand unser Gast Tobias Rosen und sein Werk: Der, wie er sagte, vermutlich "eher den Omas" der Schüler*innen aus der ARD-Vorabendserie "Rote Rosen" bekannte Schauspieler absolvierte nach seiner Schauspielausbildung und zahlreichen Theater-, Film- und TV-Engagegements den Master-Studiengang Film an der Hamburg Media School. Als Abschlussarbeit seines Studiums drehte er in Kenia zusammen mit einem internationalen Team den Film Watu Wote (All of Us).

Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Kurzfilm thematisiert die Bedrohung des Grenzgebiets zwischen Kenia und Somalia durch die Al-Shabaab-Miliz, einen regionalen Al-Qaida-Ableger: Bei einem Überfall auf einen Bus werden die größtenteils muslimischen Insassen von den Terroristen aufgefordert, an Bord befindliche Christen zu identifizieren - und reagieren mit bemerkenswerter Zivilcourage darauf.

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Im Anschluss an eine Dokumentation über die Hintergründe des Vorfalls konnten wir - ganz exklusiv - den bewegenden Kurzfilm sehen, der inzwischen zahlreiche Preise erhalten hat, darunter eine Auszeichnung im Rahmen der Student Academy Awards. Im Gespräch mit Tobias Rosen stellte sich heraus, dass das Projekt auf vielfältige Weise eine Herausforderung war: So wurde das Team nicht nur mit den Auswirkungen eines dysfunktionalen Staats auf die Produktion eines Films konfrontiert. Schüsse auf ein Gebäude, in dem das Team arbeitete, führten diesem die Gefahren, die im Mittelpunkt des Films stehen, ganz real vor Augen. Ausgesprochen eindrucksvoll stellte Tobias auch die Ambivalenz des Verhältnisses zwischen Muslimen und Christen in der Region dar: Einerseits eine von Vorurteilen genährte und durch die Al-Shabaab-Miliz gezielt verfolgte und instrumentalisierte gesellschaftliche Spaltung entlang ethnisch-religiöser Konfliktlinien, andererseits zahlreiche Beispiele für Menschen, die ebendieser Spaltung mit ebenso mutigem wie mühevollem Wirken in ihrem Alltag entgegentreten - und dabei manchmal, wie Watu Wote zeigt, gar ihr Leben riskieren.

Diese ganz besondere Stunde wurde erst durch die Unterstützung von Sylvia Sabiwalsky vom Verein "Shorts at Moonlight" möglich, der in Kooperation mit der Stiftung Flughafen Frankfurt Kurzfilme und die dahinterstehenden Kreativen an die Schulen bringt - herzlichen Dank!

Tobias Rosen enthüllte im Laufe der Stunde übrigens auch den Grund, warum er recht unausgeschlafen in unsere Schule kam: In der vorherigen Nacht wurde nämlich bekannt, dass es Watu Wote auf die Shortlist für die Oscars geschafft hat! Somit können wir alle gespannt sein, ob wir Tobias und sein Team am 4. März 2018 bei der Oscar-Verleihung in Hollywood wiedersehen. Wir drücken die Daumen!


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