Hannas Regen

Die Klasse 7c zur Lesung im Literaturhaus

Am 8.2.2023 liefen wir, die Klasse 7c, um 9.50 Uhr mit Frau Massen und Frau Raguse los ins Literaturhaus Frankfurt. Wir waren nicht die einzigen, zwei weitere Schulen waren mit uns vor Ort und eine weitere verfolgte die Lesung im Stream.

Die Autorin Susan Kreller, die für ihr Buch Schneeriese 2015 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, las das erste Kapitel ihres neuen Romans Hannas Regen, in dem es um die Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Mädchen und ein großes Geheimnis geht. Anschließend beantwortete die Autorin viele Fragen, da das Interesse der Schülerinnen und Schüler sehr groß war: Wie kommt die Autorin auf die Namen für ihre Figuren? Wieviel verdient sie an einem Buch? Kann man vom Bücherschreiben leben? Wer entscheidet, welches Bild auf das Cover des Buches kommt?

Noch zwei weitere Kapitel las die Autorin, bevor es die Möglichkeit gab, Bücher der Autorin zu kaufen und signieren zu lassen. Für unsere Klasse besorgten wir uns ein Exemplar von Hannas Regen. Dies wurde dann auch von Susan Kreller signiert. 

Insgesamt war es eine sehr schöne Lesung und die Neugierde auf das Buch wurde bei vielen Schülerinnen und Schülern geweckt. 

Einige Stimmen aus unserer Klasse: 

„Die Lesung war sehr schön und das Buch war auch sehr gut, es gab viele interessante Stellen.“ (Olivia, 7c)

„Nach dem Lesen des Buchs würde ich sagen, dass die vorgelesenen Stellen sehr gut ausgewählt waren und einen guten Einblick in das Buch gegeben, nicht zuviel verraten, aber doch neugierig auf das Buch gemacht haben. Es war eine sehr schöne Lesung in entspannter Atmosphäre.“ (Frida, 7c)

„Es war sehr schön und inspirierend, vor allem die Sprache, die die Autorin benutzt hat. Das Buch war sehr spannend. Die Atmosphäre war sehr schön, außer die Klasse, die vor uns saß. Die war nervig. (Marie, 7c)

„Ich fand es am Anfang ein bisschen langweilig, aber im Endeffekt war es sehr schön und spannend. Die Autorin hat sehr schön vorgelesen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sie mehr vorliest und etwas weniger Fragen beantwortet. (Vicky, 7c)

Text: Olivia M. und Frida B. (7c)

Besuch in der Pagode Phat Hue

Am Donnerstag, den 1. Dezember 2022, besuchten wir im Rahmen des Katholischen Religionsunterrichts der E-Phase mit Herrn Ulitzka die Pagode Phat Hue in der Hanauer Landstraße 443. Es ist ein buddhistisches Zentrum und ein Kloster in unserer Stadt. Wir entdeckten es, da wir uns zu Beginn dieses Halbjahres – wie in der E-Phase vorgesehen – mit dem religiösen Leben vor Ort beschäftigt haben. Nach erster Kontaktaufnahme mit dem Zentrum freuten wir uns bald über eine großherzige Einladung dorthin.

Am bereits erwähnten Donnerstag erreichten wir kurz nach 10:00 Uhr die Pagode, wo uns die Herren Ossa und Weber empfingen. Zuerst erklärten uns diese die Entstehung und die Herkunft des Buddhismus. Dabei erfuhren wir, dass dieser zu Beginn eigentlich gar keine Religion gewesen war, sondern allein eine Bewusstseinsschulung, die mit einer Art Wissenschaft verglichen wurde. Buddha sei in diesem Zusammenhang auch kein Gott, was heiße, dass jeder ein Buddha werden könne. Zudem berichtete Herr Ossa uns über die Vielzahl der Reisen, die er in der Vergangenheit erlebt hatte. Neben den zahlreichen Pilgerfahrten in Asien, so etwa in Indien und in Nepal, hatte er auch andere Länder wie beispielsweise Venezuela besucht. Auf diesen Reisen war er insbesondere vielen so genannten buddhistischen Erleuchteten begegnet.

Nach den Erzählungen wurden wir durch den gesamten Tempel geführt, wobei uns die beiden Herren über jegliche Bestandteile des Tempels, beispielsweise die Statuen oder Opfergaben der Besucher, informierten.

Anschließend leitete uns Herr Weber in eine geführte Aufmerksamkeitsmeditation im halben Lotus, bei der man auf den Körper und innerliche und äußerliche Geräusche achten sollte. Schließlich entzündeten wir Räucherstäbchen mit Fürbitten für Kranke und Alte und stellten sie auf einen der Altäre. Vergleichen kann man dieses Ritual mit dem Aufstellen von Votivkerzen in katholischen Kirchen.

Nach der kurzen Meditation gingen wir gemeinsam zum Essen. Es gab ein kleines vegetarisches Buffet mit Reis, Suppe, Nudeln, Salat und Frühlingsrollen. Bevor wir mit dem Essen beginnen durften, haben wir auf einen leisen Gong gewartet. Ab da an sollten wir 10 Minuten schweigen, um unsere Aufmerksamkeit auf das Essen zu richten und es bewusst zu genießen. Dies fiel uns aufgrund des sehr leckeren Essens nicht schwer. Nachdem der Gong erneut ertönt war, durften wir uns wieder unterhalten und Herr Ossa erzählte uns begeistert noch mehr von seinen vielen Reisen und Erlebnissen. Der Ausflug zur Pagode ermöglichte uns einen Einblick in eine neue Kultur. Den herzlichen Empfang unserer Gastgeber haben wir als einen wirklichen Beitrag zum friedlichen Miteinander der verschiedenen Kulturkreise empfunden.

Text und Fotos: Peter Ulitzka

Studienfahrt des Kunst LKs

Eine Reise zur Fondation Beyeler in Basel und zum Vitra Museum in Weil am Rhein

Zwischen klassischer Kunst und moderner Architektur 

Alle Langschläfer der Q3 wurden schon früh aus ihren Träumen gerissen, denn um die Reise anzutreten, mussten wir um 6:45 Uhr startklar vor dem Café Bohne sein. Dort versammelten wir uns bei beißender Kälte und stiegen zusammen in das warme Innere des Busses, der uns nach dreieinhalb Stunden an unser erstes Ziel brachte – die Fondation Beyeler in Basel.
Das Erste was ins Auge sticht, ist die friedliche und grüne Umgebung des Gebäudes mit der Architektur von Richard Rodgers. Noch viel mehr fasziniert das Repertoire der Kunstsammlung der Eheleute Hildy und Ernst Beyeler, das mit seinen rund 100 Werken von bedeutenden Künstlern von den Anfängen des Impressionismus bis in die völlige Abstraktion der Kunst reicht. Wir passierten den langen Flur, an den ein kleiner Shop anschließt, bis wir zum ersten großen Ausstellungsraum gelangten. Die hyperrealistisch menschlichen Skulpturen des amerikanischen Künstlers Duane Hanson als zeitgenössische Ausstellung, zogen als erstes unsere Blicke auf sich. Diese fanden sich in allen Räumen wieder und stellen Menschen, meist der unteren Mittel- und Arbeiterschicht, bei trivialen Tätigkeiten dar. Unser Blick wurde weiter zu den Hauptwerken von Vincent Van Goth, Claude Monet, Pablo Picasso, Wassily Kandinsky bis hin zu den Pop- Art Künstlern Andy Warhol und Roy Lichtenstein geführt. Herr Scholder und auch Herr Hoffmann übernahmen die Führung durch das Ausstellungsgebäude, wobei sie uns den künstlerischen Kontext der Werke und ihre Bedeutung näherbrachten. Die Führung war leider schneller zu Ende, als man dachte und schon befand man sich auf der Weiterreise zum Vitra Campus in Weil am Rhein, dem wichtigsten Design-Ausstellungscampus in Europa.


Beglückt vom sonnigen Wetter, gönnten sich viele Schüler vor dem von den Architekten Herzog & de Meuron entworfenen VitraHaus eine kurze Mittagspause. Einige genossen die Design-Sitzmöglichkeiten des Cafés im Inneren des Design-Gebäudes. Nachdem die leiblichen Gelüste durch kleine Speisen und Getränke befriedigt wurden, machten wir uns auf den Weg zum Vitra-Design-Museum des Architekten Frank Gehry aus dem Jahr 1989. Aus einer weiß verputzten Fassade, einem Zinkdach sowie einer Kubatur aus einfachen geometrischen Grundformen schuf Gehry eine dynamische Skulptur, die sich der architektonischen Stilrichtung des „Dekonstruktivismus“ zuordnen lässt. Wir liefen im raschen Tempo zur Feuerwache der Architektin und Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid aus dem Jahre 1993, einer Architekturikone, und zum Konferenzpavillion von Tadao Ando, aus dem gleichen Jahr, weiter. Die spitzwinkligen und skulpturalen Formen des Feuerwehrhauses von Zaha Hadid lassen sich auch dem Dekonstruktivismus zuordnen, hingegen vermittelt der schlichte Bau des Konferenzpavillons von Tadao Ando eine klösterliche Ruhe und Intimität. Auf dem Weg zur Hauptattraktion des Tages befand sich der Dome von Richard Buckminster Fuller aus dem Jahre 1975, der durch einen Kuppelbau gekennzeichnet ist. Und dann stand er vor uns: die Kunstinstallation des Vitra-Rutschturms von Carsten Höller. Die Mehrzahl der Schüler ergriff sofort die Gelegenheit und stieg auf den 30,7 Meter hohen Turm, um die lange, spiralförmige Röhrenrutschbahn auszuprobieren. Die Freude nahm ab, als wir bemerkten, dass die Geschwindigkeit beim Rutschen doch nicht dem entsprach, was wir uns erhofft hatten.


Als letztes besichtigten wir das Vitra-Schaudepot, eine einmalige Designsammlung, ebenfalls der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron aus dem Jahr 2016. Die schlichte und fensterlose Fassade des monolithischen Baukörpers lässt die bunte Vielfalt an Möbelstücken im Inneren nicht erahnen. Im Gebäude steht eine Auswahl von über 400 einzigartigen Schlüsselwerken des modernen Möbeldesigns von 1800 bis heute. Darunter befinden sich auch frühe Bugholzmöbel, Ikonen der klassischen Moderne von Le Corbusier oder Alvar Aalto, Charles Eames, Werner Panton bis zu Phillipp Starck aber auch weniger bekannte oder anonyme Objekte, Prototypen und Versuchsmodelle. Nachdem wir uns der Geschichte des Möbeldesigns gewidmet hatten, statteten einige dem Museumscafé nebenan einen Besuch ab und gönnten sich einige Minuten der Entspannung. Die Reise neigte sich langsam dem Ende entgegen und im Zuge dessen durften wir uns frei bewegen – manche blieben im Café, andere betrachteten die Ausstellung im Inneren des VitraHaus-Gebäudes, andere stöberten in den Shops nach möglichen Mitbringseln und Weihnachtsgeschenken. Nachdem sich alle wieder im Bus versammelt hatten, begaben wir uns auf den Weg zurück. Die Dunkelheit von draußen verleitete einige dazu ein kleines Nickerchen einzulegen. Augen auf, und schon war man wieder im geliebten Frankfurt. Zwar erschöpft vom Tag, aber mit viel neuem und wertvollem Wissen über Malerei, Design und Architektur. 

Text: Philine Ebhardt und Martina Pereda Cabrales, LK KUNST Q3/4

“Als Familie war man immer im Spannungsfeld und am Ende fliegt dein Weltbild in die Luft”

Heute fand die Fahrt der sechs Geschichtskurse der Q3 (Ba, Czu, Ho, Ob, Pfl, Plo) zum westlichsten Punkt der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, Point Alpha, statt. An diesem Ort ist auch heute noch unmittelbar nachvollziehbar, wie sich im sogenannten „Fulda-Gap“ NATO und Warschauer Pakt direkt gegenüberstanden.
Im Rahmen der Exkursion erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Führung über das Gelände eines ehemaligen Grenzpostens, erkundeten die Grenzanlagen der DDR, die über die Jahrzehnte hinweg immer unüberwindbarer gesichert wurden, und folgten gebannt den bewegenden Erfahrungen von Zeitzeugen.
Der ehemalige unmittelbar an der Grenze gelegene Stützpunkt der U.S. Streitkräfte, welcher der Gedenkstätte heute seinen Namen gibt, ist weitgehend im Originalzustand erhalten – inklusive militärischer Fahrzeuge und Hubschrauber. In den ehemaligen Baracken befindet sich heute eine Ausstellung zur Geschichte des Ost-West-Gegensatzes.

Das Museum im „Haus an der Grenze“ zeigt hingegen die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung und Wiedervereinigung. Hier können u.a. Fluchtgeschichten und der Aufbau der Mauer nachvollzogen werden.


Eine Zeitzeugin berichtete unseren SchülerInnen sehr kritisch über ihre Jugend in der DDR und die Erlebnisse ihrer Eltern und Großeltern.

Es habe keine Reisefreiheit gegeben, Passierscheine für innerländische Reisen seien nötig gewesen. Oft habe aber nicht die gesamte Familie gemeinsam reisen dürfen, um die Flucht von vornherein unattraktiv zu machen.

Sie erinnert sich an Westpakete mit besonderen Waren (Waschmittel, Seifen, Schokoladen, Gummibärchen), die besonders langsam verbraucht wurden.
Auch innerhalb der Familien habe es oft keine komplette Offenheit geben können, die Kinder sollten möglichst unbedarft aufwachsen und man hatte Sorge vor dem Zugriff des Staates. Die Indoktrination habe schon im Kindergartenalter durch das Schaffen eines Feindbildes und Uniformierung ab Klasse 1 begonnen. 

Sie berichtet, dass Kinder, deren Eltern besonders christlich oder systemkritisch eingestellt waren, die Uniform nicht mehr tragen durften, öffentlich ausgegrenzt wurden und dass es zur „staatlich verordneten Ausgrenzung“ kam.

In Kaderschmieden, der sog. „Pinonierrepublik“ wurden gute und systemangepasste Jugendliche vertiefend indoktriniert und spielerisch militärisch ausgebildet. Hier sei die wahre Intention nicht leicht zu erkennen gewesen.


Die Bilder von ausreisenden DDR-Bürgern ab 1988 führten in der Gesellschaft zunehmend zu einem Umdenken, die Stigmatisierung anderer Bürger als „Feind“ schien nicht schlüssig zu sein. Man begann zu hinterfragen und informierte sich nach 1989 auf vielfältige Weise. 

Auch durch die Einsicht ihrer Mutter in ihre Stasiakten nach 1989 wurde deutlich, dass sich in der DDR nicht ans Briefgeheimnis gehalten wurde. So wurde beispielsweise der gesamte Briefverkehr zwischen der Patin im Westen und ihrer Mutter im Osten geöffnet.  Einige Geschenke seien nicht beim Empfänger angekommen.

Für unsere Zeitzeugin konkret sei nach dem Mauerfall „ihr Weltbild in die Luft geflogen“. Daher warnt sie die Jugendlichen eindringlich davor, sich zu schnell begeistern zu lassen und kritisch zu bleiben.

Text: Iris Hofmann, Fotos: Jan Czudai und Iris Hofmann

So weit, so fair, so gut

Die MISEREOR-AG zu Gast bei Gepa – The Fair Trade Company in Wuppertal

Am 19.10.2022 machten wir einen Ausflug mit der Misereor-AG nach Wuppertal. Die Exkursion war gemeinsam mit Frau Beul-Ring und Herrn Dr. Quirmbach vom Haus am Dom geplant und von Löwenstark bezahlt worden. Um 08:17 Uhr fuhren wir los, als erstes mit dem ICE nach Köln und dann mit der Regionalbahn nach Wuppertal. In Wuppertal fuhren wir mit der Schwebebahn über der Wupper in die Altstadt und gingen in den Weltladen. Der Besitzer erzählte uns, woher seine Produkte kommen und dass diese alle aus fairem Handel stammen. Dann aßen wir im Kirchencafé gegenüber sehr lecker zu Mittag. Anschließend fuhren wir mit der Schwebebahn und dem Bus zum GEPA-Firmensitz. GEPA ist eine Organisation, die für Fairtrade-Produkte steht, was man auch an dem Namen erkennen kann: GEPA=Gesellschaft zur Partnerschaft mit der dritten Welt. Am bekanntesten ist GEPA für ihre faire Schokolade und ihren fairen Kaffee. Dort belegten wir bei Frau Beck einen Workshop zum fairen Kakaohandel. Zuerst haben wir selbst gesammelt, was für uns eine gute Schokolade ausmacht, bei dieser Frage fielen Punkte, wie, dass sie lecker sein muss, oder einen guten Preis haben muss, aber auch, dass die Kakaohersteller gut bezahlt werden müssen, oder, dass uns die Schokolade nur gut schmeckt, wenn wir wissen, woher sie kommt, oder dass keine Kinderarbeit für die Herstellung in Anspruch genommen wurde. Dann haben wir gelernt, wo auf der Welt überhaupt Kakao geerntet wird. Am meisten wird an der Elfenbeinküste angebaut, auch sehr wichtige Anbauländer sind Ecuador, Kamerun oder Indonesien. Durch den vielen Kakao, den es an der Elfenbeinküste gibt, ist vor allem dort die Kinderausbeutung sehr schlimm. Teilweise werden Kinder aus Nachbarländern an die Elfenbeinküste verschifft. An der Elfenbeinküste arbeiten 7 von 10 Kindern im Alter von 5 bis 17 Jahren. Alleine in der Landwirtschaft arbeiten 71% dieser Kinder, brutal ausgenutzt und zur Arbeit in der Nacht gezwungen. 

Anschließend lernten wir noch, aus was Schokolade alles hergestellt wird: Kakaobutter, Kakaomasse (beides wird aus Kakaobohnen gewonnen), Zucker und Milch und je nach Sorten/Geschmäckern der Schokolade, dann noch Sachen, wie Nüsse, Karamell, geröstete Mandeln usw.. Aber eine der wichtigsten Fragen, die wir uns gestellt haben, war, ob, wirklich alles in der Schokolade von GEPA Fairtrade ist. Die Antwort war: „Nein“, da Inhaltsstoffe, wie z. B. Pyramidenzucker, oder Vanilleextrakt leider noch nicht fair erhältlich sind. Am Ende des Workshops gab es dann noch ein kleines Schokoladentasting. Wir haben drei Sorten probiert, zuerst Vollmilchschokolade (36/37% Kakaogehalt), dann weiße Schokolade (35% Kakaobutter) und zuletzt Zartbitterschokolade (95% Kakaogehalt), die bei dem ein oder anderen für verzogene Gesichter sorgte. Anschließend haben wir noch etwas im GEPA-Shop gestöbert und dann mussten wir leider auch schon wieder zum Bus laufen. Wir fuhren anschließend erst mit der Regionalbahn, die wir, weil der Bus zu spät kam, fast verpasst hätten, und dann mit dem ICE zurück nach Frankfurt.

Wir bedanken uns bei Frau Rover, Herrn Weyland, Herrn Waller, dem Team des Haus am Dom und Löwenstark für den wunderschönen und lehrreichen Ausflug nach Wuppertal.

Text: von Leo Voss, 7a, und der Misereor-AG

Ihr wollt euch selbst davon überzeugen, dass faire Schokolade richtig lecker schmeckt? Dann kommt zu unseren Pausenverkäufen am Mittwoch, 14.12. und Dienstag, 20.12.2022. Auch am Adventsbasar haben wir einen Stand.

Exkursion zur SEF

Am 16.10.2022 sind wir, die 9d, mit Frau Kasperski zur Stadtentwässerungsanlage Frankfurt am Main nach Niederrad gefahren und haben dort im Rahmen unserer Einheit „Wasser“ im Chemieunterricht bei einer Führung mitgemacht.

Zuerst hat uns unser Führer Rudolf an einem Modell der Anlage viel über den Wasserverbrauch der FrankfurterInnen (im Schnitt sind es 120 Liter pro Tag pro FrankfurterIn), den Unterschied zwischen einer Stadtentwässerungsanlage und einem Wasserwerk und die Historie der Anlage, welche am 1.8.1887 eröffnet wurde und somit die zweitälteste in Europa ist, erzählt. In einer Stadtentwässerungsanlage wird Abwasser gereinigt und kann dann wieder in z. B. einen Fluss eingeleitet werden. Ein Wasserwerk stellt Trinkwasser her.

Danach sind wir in den 6. Stock des Hauses gefahren und durften die 15 Hektar große Anlage von oben sehen. Wieder unten angekommen, besichtigten wir die Anlage. Leider folgten wir nicht genau dem Wasser, denn durch die sich immer weiterentwickelnden Auflagen musste das Werk kreuz und quer erweitert werden. Die erste Station, die wir erreichten, welche im Klärprozess eigentlich die Vorletzte ist, waren die Nachklärbecken, in denen erst Bakterien das Wasser reinigen und anschließend der im Wasser fein verteilte Schlamm sedimentiert. Dann sind wir zu einer Vielzahl Becken gelaufen, in welchen den eben besagten Bakterien Sauerstoff zugeführt wird, damit sie besser arbeiten können. Anders als beim Rest der Anlage roch es an unserer nächsten Station, dem Rechenhaus, genau so, wie ich mir den Geruch einer Kläranlage vorgestellt habe. Dort kommt das noch unbearbeitete Wasser aus der Kanalisation an. Übrigens sind dies an einem Trockentag (Tag ohne Regen) 3000 Liter pro Sekunde. Es wird mit Hilfe von Gittern von allem größeren Schmutz befreit, welcher dann mit riesigen Rechen entfernt wird. Beim letzten Klärschritt und dem letzten Teil der Führung angekommen, wurde uns erklärt, wie mithilfe von anderen Bakterien Nitrat (NO3-) in seine Einzelteile zerlegt wird. Diese Bakterien schaffen es nämlich, das schädliche Nitrat in Stickstoff und Sauerstoff aufzuspalten. Dabei nutzen sie den Sauerstoff für ihren Stoffwechsel und der Stickstoff entweicht elementar in die Luft. Damit die Bakterien glücklich und zufrieden sind, erhalten sie täglich Methanol. In diesem Schritt wird das Wasser also mithilfe einer chemischen Substanz (Methanol) gereinigt, alle anderen Schritte verlaufen biologisch oder mechanisch.  Sind diese abgeschlossen, kann das Wasser in den Main fließen.

Abschließend wurden in einem denkmalgeschützten Gebäude, in dem noch bis in den 1960er Jahren aus Methan elektrische Energie gewonnen wurde,  Fragen gestellt. Zum Beispiel: „Ist die SEF für ganz Frankfurt zuständig?“ „Das ist sie“, erklärte Rudolf, „und sie bearbeitet auch das Wasser 16 weiterer, umliegender Städte und Gemeinden.“ „Was gehört alles nicht ins Abwasser?“ „Fett ist ganz schlecht. Es verstopft die Rohre und ist ein Leckerbissen für Ratten. Es darf nicht über das Abwasser entsorgt werden. Auch Ohrenstäbchen oder  andere Hygieneartikel bereiten viele Schwierigkeiten bei der Abwasserreinigung und gehören in den Müll“, sagte uns Rudolf mit Nachdruck und gab uns auf diesem Wege noch Tipps für das spätere Leben.

Erfolge beim Schulschach

Am Dienstag dem 22. November konnte zum ersten Mal nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause wieder der Hessische Schulschachpokal als Tagesturnier ausgespielt werden. Die vielen Mannschaften aus ganz Hessen wurden dabei in der Kurt-Schumacher-Schule in Karben, nach Wettkampfklassen getrennt, auf die dortige Aula und die Turnhalle verteilt.

Wir traten in allen drei Altersklassen mit je einer Mannschaft an, wobei einige unserer Spieler ihr erstes Schulschachturnier überhaupt bestritten.

In der WK II (Jahrgang 2005 und jünger) traten wir mit zwei Vereinsspielern aus der Q3, Jan Siebert und Umut Cetin, sowie vier Neuntklässlern und einem Schüler aus der E-Phase an, die bereits einige Jahre in unserer Schach-AG aktiv sind: Björn Risse (9c), Julius Degen (9b), Konstantin Baumgardt (9b) und Anestis Papassavvas (Ea). Vor der letzten Runde standen wir auf einem aussichtsreichen 6. Platz und bekamen mit dem Team der Helmholtzschule Frankfurt einen Gegner auf Augenhöhe zugelost. Das eng umkämpfte Match ging schlussendlich leider 3:3 aus, so dass es keiner der beiden Tabellennachbarn in die Pokalränge schaffte, die von Platz 1 bis 5 reichten. Dennoch kann die Mannschaft mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden sein.

In der WK III (2008 und jünger) hatten wir zwei Vereinsspieler und drei AG-Spieler am Start: Linus Wersing (8a), Vincent Menne (8b), Flavio Nardi (8a), Daliah Guttmann (8a) sowie Hanno Landefeld (8a). Da ein Team hier nur aus vier Spielern bestand, rotierten wir in jedem Spiel durch. Getragen von einem großen Teamgeist erreichte unsere Mannschaft mit einem 4. Platz im Abschlussklassement einen zuvor nicht für möglich gehaltenen Pokalrang – Herzlichen Glückwunsch!

Und auch in der WK IV (2010 und jünger) schaffte es unsere Mannschaft, einen großen Pokal zu gewinnen. Mit Platz 5 wurde auch in dieser Altersklasse ein beeindruckendes Ergebnis erzielt. Zhifei Yang (8c), Adrian Baumgardt (6b), Jakob Oettinger (6b) sowie Gideon Grossi (6c) waren hier die Protagonisten des Erfolgs.

Alle Spielerinnen und Spieler haben sich sehr gefreut, nach langer Zeit endlich wieder an einem Schulschachturnier teilnehmen zu können. Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch an den stellvertretenden Schulleiter der Kurt-Schumacher-Schule in Karben, Simon Martin Claus, welcher in Personalunion auch für das Schulschach in Hessen zuständig ist und diesen Tag ermöglich hat.

Scambio individuale Bologna-Francoforte 2022

Es ist gefühlt schon lange Tradition, dass die Italienischkurse des HvGG einen Austausch in die Emilia Romagna nach Bologna macht. Nachdem der offizielle Austausch für unseren Kurs wegen der Coronapandemie nicht stattfinden konnte, haben wir mit Frau Sgrosso kurzerhand geplant, den Austausch individuell zu veranstalten. Durch einen Kontakt von Frau Sgrosso konnten sieben Schüler*innen aus der Q2 und Q4 unserer Schule sieben italienische Schüler*innen vom Liceo Luigi Galvani in Bologna finden, die an dem Austausch teilnehmen wollten.

Nach Planungstreffen, Videokonferenzen, Telefonaten und Unterhaltungen, was wir in Bologna alles machen wollen, ging es dann am Ostermontag los und es hieß „Benvenuti a Bologna“. Dann haben wir unseren Aufenthalt direkt mit den Feierlichkeiten zu „Pasquetta“ (= kleines Ostern) begonnen.

In der darauffolgenden Woche haben wir Bologna von vielen Seiten gesehen: Wir haben jeden Tag in einem niedlichen kleinen Café direkt im Palazzo Re Enzo, an der Piazza Maggiore, gefrühstückt, haben die Stadt entdeckt, sind abends gemeinsam rausgegangen, haben die bolognesische Küche erkundet und in den vielen großartigen Museen Bolognas die Kunst und Geschichte der Stadt kennengelernt. 

Jetzt wissen wir genau, warum Bologna auch „la rossa, la grassa, la dotta“ genannt wird und haben die Stadt alle in unsere Herzen geschlossen.

Wir haben sogar einen Ausflug nach Florenz gemacht, wo wir die reiche Geschichte der Stadt gesehen und auf den Spuren von Dante Alighieri gewandert sind.

Nach dieser intensiven Woche wollten wir gar nicht mehr zurück. Es hat so viel Spaß gemacht, ‚la dolce vita‘ zu leben, Italienisch zu sprechen und unsere Sprachkenntnisse zu verbessern.

Und doch sind wir alle schweren Herzens am Ende der Woche zurückgekehrt.

Und nun ist auch der zweite Teil des Austauschs zu Ende, da die Italiener in den letzten zwei Wochen bei uns waren. Wir haben ihnen Frankfurt gezeigt, waren auf dem Main Tower, am Langener Waldsee und haben schöne Abende in Bars, am Main, in Restaurants oder als Gruppe zu Hause verbracht. Um es ihnen gleich zu tun, sind wir mit unseren Austauschpartner*innen ebenfalls in eine andere Stadt gefahren und haben zusammen Stuttgart unsicher gemacht. Wir waren dort im Mercedes-Benz-Museum, waren auf dem Killesberg, haben gut gegessen und sind in der Innenstadt gebummelt.

Es ist für uns alle schade, dass es schon vorbei ist. Wir sind aber umso glücklicher, dass wir sowohl in Bologna als auch in Frankfurt eine so schöne Zeit als Gruppe hatten.

Maja, Wilma, Dea, Emiliano, Samuel, Tatiana und Natalie

Eindrücke von der Klassenfahrt

Zwei Mitglieder der neuen AG Schülerredaktion berichten von der Jahrgangsfahrt der 6. Klassen nach Bayern:

Ein Ausflug in die Unterwelt                                                                                     

Die Teufelshöhle in Pottenstein 

Am Donnerstag, den 13.10., hat meine Klasse einen sehr schönen Ausflug in die „Teufelshöhle“ gemacht. Der Ausflug fand im Rahmen der Klassenfahrt aller sechsten Klassen in die Jugendherberge Pottenstein statt. 

Dort in der Höhle konnten wir die Knochen eines längst ausgestorbenen Höhlenbären bestaunen, der es leicht auf eine Höhe von drei Metern brachte und ca. 500 kg wog. Die Teufelshöhle ist die größte Tropfsteinhöhle ganz Bayerns. Neben kleinen, schmalen Gängen besitzt sie auch große, breite Hallen, in denen sich unzählige kleine und ein paar enorm große Tropfsteine befinden. Beispielsweise ist der „Bart des Barbarossa“ solch ein Riese. Tropfsteine wachsen in zehn Jahren etwa einen Millimeter. Der „Bart des Barbarossa“ brauchte bis zu seiner heutigen Größe 200.000 Jahre! Die Teufelshöhle selbst ist 2,5 Millionen Jahre alt. 

Mir gefielen besonders die Tropfsteine der drei Kaisergrotten. Anschließend gingen wir noch zum Sommerrodeln und zum Minigolf. Das war ein super Tag!

Text: Simon Oppermann, 6b (AG Schülerredaktion)

Ein Tag in Nürnberg                                                                                                 

Es war schon der dritte Tag in Pottenstein als es hieß: ab nach Nürnberg! Zusammen sind alle 6. Klassen mit drei Bussen in die Stadt gefahren. Nach knapp eineinhalb Stunden sind wir angekommen. Vom Busparkplatz aus sind wir zu dem Eintritt in die Felsengänge gegangen. (Die Felsengänge sind ein verzweigtes Stollen- und Kellersystem unter der Nürnberger Altstadt). Auf dem Hinweg konnte man die Teile der schönen Altstadt erblicken. Als wir beim Eintritt angekommen sind, ist die erste Gruppe mit einem Führer in die Felsengänge gegangen, die zweite Gruppe zehn Minuten später. Es war sehr spannend, der Führerin zuzuhören wie sie erzählte, dass alle Leute bei Bombenangriffen im 2. Weltkrieg – welche häufig vorkamen, weil sich viele Nazis in Nürnberg niedergelassen hatten – in die Felsengänge gerannt sind, um sich zu schützen. Nachdem wir all den spannenden Fakten zugehört hatten, konnten wir wieder hinaus, das Sonnenlicht genießen. Dann sind wir zum großen Marktplatz von Nürnberg gelaufen. Dort angekommen, durften wir in Gruppen ausschwärmen und uns in der Stadt umsehen. Als ich in meiner Gruppe Nürnberg erkundet habe, konnte ich sehr schöne Dinge sehen, wie zum Beispiel viele Brücken, Kirchen und überwältigende Gebäude.

Später haben wir noch das „Zukunftsmuseum“ besucht. Da gab es sehr viele Stationen, wo man etwas selber machen konnte: ein Bild von sich und sehen, wie schnell es auf Social Media rumgeht, zum Beispiel. Man konnte auch Essen auf einen digitalen Teller legen und sehen, was es beinhaltet. Außerdem gab es einen Spiegel, der dich scannt und dann dir alltägliche Sachen anzeigt, zum Beispiel wie viel Grad deine Körpertemperatur beträgt. Als wir alle fertig mit dem Betrachten und Benutzen der Stationen waren, hieß es schon bald „Tschüss, Nürnberg!“ Schwupps saßen wir im Bus und verließen die Stadt mit vielen schönen Erinnerungen. 

Text und Fotos: Philine Rahn, 6c (AG Schülerredaktion)

Schüleraustausch Bologna-Frankfurt 2022

Erstes Treffen – am Gagern


Nach monatelanger Planung hieß es dann am 25. September endlich Benvenuti a Francoforte, bolognesi! Damit begann der diesjährige Schüleraustausch mit unserer italienischen Partnerschule, dem Liceo Augusto Righi, aus Bologna. Es war der erste Austausch seit Beginn der Pandemie. Und so haben wir mit unserer Italienischlehrerin, Frau Obermöller, und Herrn Dr. Kühnlein im Vorfeld alles dafür getan, dass es wie jedes Jahr ein unvergessliches Erlebnis wird.

In den Wochen zuvor haben wir, der Italienischkurs Q1, alle bereits regen Kontakt mit den 18 italienischen Schülerinnen und Schülern aufgenommen, doch wir haben sie noch nie in Person gesehen. Umso größer war die Aufregung am Sonntagabend, als wir alle sehr gespannt am Frankfurter Hauptbahnhof auf ihre Ankunft gewartet haben. Wir haben sie mit Plakaten und zahlreichen Umarmungen begrüßt. Aller Anfang ist natürlich schwer, doch dank der intensiven sprachlichen Vorbereitung im Italienischunterricht konnten wir schnell miteinander kommunizieren. Nach dem Empfang wurden alle Austauschschüler zu ihren Gastfamilien gebracht, wo bereits ein Abendessen auf sie wartete. Dabei lernten sie uns und unsere Familien näher kennen. Danach habe ich meinem Gast Edoardo auch einen ersten Einblick in unsere urbane Stadt gegeben.


Der erste ganze Tag begann am Montag mit Frühstücksei, Fleischsalat und Forelle. Hier wurden bereits die ersten kulinarischen Unterschiede im Bezug auf die Frühstückskultur sichtbar. Danach machten wir uns mit der U-Bahn auf dem Weg, denn dort begann für unsere Partner der Schulalltag am HvGG. Der Mathe-Leistungskurs war da für Edoardo ein einfacher Einstieg, weil die Sprache in dem Fach für ihn simpel und damit leichter zu verstehen war. Danach haben wir zusammen ein piccolo rinfresco in der Aula aufgebaut. Wir konnten nicht nur die leckeren Snacks der Eltern genießen (Dankeschön nochmal!), sondern auch die Gespräche mit den italienischen Schülern und Lehrern. Nach einer kurzen Ansprache unseres Schulleiters, Herrn Dr. Köhler, machten wir uns auf den Weg zum Zoo, wo die erste Etappe unseres gemeinsamen Stadtrundgangs begann. Jeder von uns hat eine kurze italienische Präsentation zu einer Frankfurter Sehenswürdigkeit vorbereitet, die einen guten Einblick in das facettenreiche Frankfurt gegeben hat. Auch wenn das Wetter zu wünschen übrig ließ, war der Spaziergang am Main, von der EZB zur Paulskirche, auch ideal, um uns besser kennenzulernen. Anschließend erkundeten wir die Hauptwache, bevor wir allesamt zu unseren Gastfamilien zurückkehrten. Nach dem Abendessen trafen wir uns noch auf der Zeil, wo wir in der längsten Einkaufsstraße Europas flanierten.


Der zweite Tag war für uns Frankfurter ein Schultag wie immer, die Gäste aber hatten ein reichliches Programm. Nach einer Doppelstunde Italiano con Italiani, in der sie als Hilfslehrer den Italienisch-Anfängern aus der achten Klasse die dritte Fremdsprache beibrachten, lernten sie den bekanntesten Frankfurter, Johann Wolfgang Goethe, in seinem Geburtshaus kennen, denn dieser war Wanderer zwischen Italien und Deutschland. Und sie bekamen die Gelegenheit, wie in Goethes Zeiten mit der Gänsefeder zu schreiben. Die stadtgeschichtliche Entwicklung von Mainhattan beleuchteten sie danach bei der Führung „Frankfurt von Einst bis Jetzt“ im Historischen Museum. Dann die deutsch-italienische Shoppingtour in der Innenstadt – die ließen wir Deutsche uns aber nicht nehmen. Das Abendprogramm musste dann aber aufgrund von Unerwartetem ins Wasser fallen: Seit wann braucht man fürs Billardspielen eigentlich einen Personalausweis?! 


Am dritten Tag hatten Edoardo und ich einen gemeinsamen Schultag. Besonders der Geschichtsunterricht bereitete meinem Gast Freude, denn wir haben die Revolution von 1848 behandelt, die in der Frankfurter Geschichte besonders interessant ist. Nach einem kurzem Zoobesuch der Gäste stand für Edoardo in der sechsten Stunde wieder Italienischunterrichten auf dem Plan, diesmal aber mit uns! Die Italiener präsentierten uns den Song „Zitti e buoni“, von der italienischen Band Måneskin, die damit im letzten Jahr den Eurovision Song Contest gewonnen haben. Danach aber trennten sich unsere Wege, denn wir Frankfurter mussten wieder mal zum „Unterricht nach Plan“, während die ragazzi in das Filmmuseum gehen durften, wo sie einen Einblick in die Entwicklung des Films erhielten. Das Highlight waren jedoch die Trickfilme, die sie dort produzierten und die wir alle später bewunderten. Der gemeinsame Filmabend mit „Der Name der Rose“ fiel dann flach, weil alle nach den eigenen Filmproduktionen zu erschöpft waren. Das Kartenspielen nach dem Abendessen ließen wir aber nicht ausfallen!


Der vierte Tag stand ganz im Zeichen der deutschen Romantik und ein Ausflug ins Rheingau war unser Programm. Auf der Zugfahrt nach Eltville unterhielten wir uns über die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Italien, die den Austauschschülern bisher aufgefallen waren. Nach einer kurzen Erkundung von Eltville ging es weiter zum Kloster Eberbach. Nutzung und Bedeutung des Klosters im Mittelalter banden die Museumsführerinnen an den weltbekannten Film „Der Name der Rose“ an, der dort mit Sean Connery als Mönch gedreht wurde. Nach kolossal kalten Klosterkellern nun Rüdesheimer Rhein-Romantik! Erst eine Waffel mit Blick auf den Rhein, dann eine Bootsfahrt auf dem Fluss. Wir hatten Glück mit dem Wetter (es regnete dann doch nicht…😉) und so konnten wir unter anderem das Hessendenkmal und die Burgen am Rhein in ihrer vollen Pracht bewundern. Zurück in Frankfurt stellten wir fest: Was kann noch kühler bzw. cooler sein als eine Bootsfahrt auf dem Rhein? Genau, Schlittschuhfahren! Und so beendeten wir den „romantischen“ Ausflug in der Frankfurter Eissporthalle.


Der fünfte Schultag bereitete unseren Gästen keine sprachlichen Schwierigkeiten; in der ersten und zweiten Stunde hatten wir Englisch, danach stand eine Führung in der Europäischen Zentralbank auf dem Programm, und diese war auf Italienisch. Am Mittag verabschiedete Herr Dr. Köhler unsere Freunde aus Bologna ganz herzlich. Danach aber wieder auf Deutsch: Ein Spaziergang durch die Gebäude der Goethe-Universität im Westend mit Prof. Dr. Werner Plumpe und dem Gagern-Alumnus Florian Kavermann. Doch nun war schon Freitag; unser Treffen in Frankfurt neigte sich dem Ende zu und wir spürten die Melancholie des bevorstehenden Abschieds. Am Abend ein letztes Treffen beim „Wagner“, einem typisch hessischen Äppler. Wir aßen wie die typischen Frankfurter: Handkäs‘ mit Musik, aber auch Rippchen und Leiterchen mit Bratkartoffeln sowie Grüne Soße. Selbst Eisbein mit Sauerkraut probierten wir! Letzteres wurde für manche von uns eine Herausforderung, doch mal eine echte Alternative zur pasta al pomodoro. Doch damit nicht genug: Raphael organisierte noch eine kleine Party bei sich zuhause, wo wir den Austausch mit Tanzen, Lachen und Singen ausklingen ließen.


Am letzten Morgen mussten wir todmüde die italienischen Schüler (oder, wie sie gelernt hatten: „Leuteee!“) am Bahnhof verabschieden. Nach einer prall gefüllten Woche hieß es dann Arrivederci, bolognesi! Ci vedremo fra due settimane! Wir bleiben in Kontakt, denn in zwei Wochen werden wir uns schon wiedersehen – dieses Mal in Italien.

Und diesen Artikel schreibe ich schon auf der Fahrt zu unserem zweiten Treffen, schaue aus dem Zugfenster und sehe bereits das Bahnhofsgebäude von Verona… Also noch eine Stunde bis Bologna…

Text: Matteo Roberto Cornelli, Q1 (AG Schülerredaktion)


Die italienischen Gäste haben dankenswerterweise diesen Rückblick zum Schüleraustausch erstellt:


Einige Impressionen von der Woche:


Und hier noch die Meisterwerke, die beim Deutschen Filmmuseum entstanden sind: