Das größte Loch Europas: Geographie-Exkursion zum Tagebau Hambach
Am Donnerstag, den 28. August 2025, begann endlich die lang erwartete Exkursion in den Braunkohletagebau Hambach, mit der wir unser Geographiethema der Q1 abschließen wollten. Bereits um 06:45 Uhr trafen sich der Geographiekurs der Q3 sowie einige Interessierte außerhalb des Kurses unter der Begleitung von Herrn Baum am Alfred-Brehm-Platz, um mit dem Bus die zweieinhalbstündige Fahrt ins Ruhrgebiet anzutreten.
Am Schloss Paffendorf im Rheinischen Revier begrüßte uns unsere Führerin, Frau Gerhard, und erklärte die Bedeutung des Schlosses. Es liegt zwischen zwei Tagebauen und markiert die Abbaugrenze. Daher wurde es lange Zeit für eine Ausstellung zum Thema Tagebau genutzt, bis ein Wasserschaden diese vor einigen Jahren zerstörte. Anschließend fuhren wir zu einem Parkplatz, von dem wir einen weiten Blick auf die Kraftwerke hatten – erstmals wurde uns die gewaltige Dimension des Tagebaus bewusst.
Schließlich erreichten wir den Tagebau Hambach, das größte menschengemachte Loch der Welt, das mit einer Fläche von 8 × 10 Kilometern und 411 Metern Tiefe beeindruckte. Dort erfuhren wir von Frau Gerhard die Geschichte des Braunkohletagebaus in Nordrhein-Westfalen, die aktuelle Abbau- und Transporttechnik, die Zukunftspläne nach dem Kohleausstieg 2030 sowie die Vor- und Nachteile dieses Projekts. Geplant ist, das gigantische Loch nach dem Kohleausstieg zu fluten. So soll in den kommenden Jahrzehnten der zweitgrößte See Deutschlands nach dem Bodensee entstehen. Die Flutung soll ab 2030 beginnen und rund 30 Jahre dauern.
Zum Abschluss besuchten wir das umgesiedelte Dorf Manheim. Zunächst führte unser Weg durch das Geisterdorf Manheim-Alt, das einst als schönstes Dorf der Umgebung galt, heute aber durch seine Verlassenheit bedrückend wirkt. Dort wurde auch auf die Probleme hingewiesen, die eine Umsiedlung mit sich bringt. Kurz darauf erreichten wir Manheim-Neu, das durch modernen Baustil geprägt ist, jedoch unter einer schwachen Infrastruktur leidet. Auffällig sind die vielen Sportplätze und das überdimensionierte Gemeindezentrum, die von RWE gestiftet wurden. Der Charakter des alten Dorfes scheint äußerlich verloren gegangen zu sein, dennoch gilt die Umsiedlung, wie uns unsere Führerin berichtete, als Vorzeigeprojekt.

Nachdem wir nun alle im Unterricht der Q1 behandelten Themenaspekte des Tagebaus im Rheinischen Braunkohlerevier vor Ort gesehen hatten, verabschiedeten wir uns am Schloss Paffendorf von Frau Gerhard. Auf der Rückfahrt nach Frankfurt sorgte ein kleiner Zwischenfall für Abwechslung: Unser Fußball war in den Wassergraben des Schlosses gefallen und konnte in einer spektakulären Aktion geborgen werden. Ein plötzlicher Starkregen zwang uns zudem zu einem längeren Halt bei McDonald’s. Nach insgesamt neun Stunden Busfahrt endete so eine sehr lehrreiche Exkursion.
Mein persönliches Highlight blieb allerdings unser Busfahrer – mit ganzen sechs Raucherpausen.
Mein Dank gilt ihm für die sichere Fahrt, Frau Gerhard für die aufschlussreichen Informationen und Herrn Baum für die Organisation dieser gelungenen Exkursion.
Julius Sennhenn, Q3










