Die Künstlerin Annegret Soltau

Wenn man über spannende Künstlerinnen in Deutschland spricht, kommt man an Annegret Soltau kaum vorbei. Sie wurde 1946 in Lüneburg geboren und ist heute vor allem für ihre ziemlich ungewöhnlichen Fotoarbeiten bekannt. Sie zerreißt Fotos – oft von sich selbst – und näht sie dann mit schwarzem Faden wieder zusammen. Das sieht manchmal ein bisschen verstörend aus, aber genau das will sie auch. Sie zeigt damit, wie zerbrechlich Menschen sind und wie sehr wir uns manchmal „zusammensetzen“ müssen, um klarzukommen.

Soltau hat Kunst in Hamburg und Wien studiert und schon früh angefangen, mit ihrem eigenen Körper zu arbeiten. Viele ihrer Werke sind Selbstporträts, aber nicht so, wie man sie von Instagram kennt. Sie zeigt sich verletzlich, verzerrt, manchmal fast wie ein Puzzle. Damit will sie zeigen, wie sich Frauen fühlen können, wenn sie ständig Erwartungen erfüllen sollen – in der Familie, in der Gesellschaft oder in der Kunstwelt.

Heute gilt sie als eine der wichtigsten feministischen Künstlerinnen in Deutschland und sie will, dass man von ihr nicht als „Fotografin“ spricht, denn sie ist viel mehr als das. Ihre große Retrospektive haben wir uns vorgestern mit unserem Grundkurs Kunst (Q2) im Städel angesehen. Ihre Werke sind nicht immer leicht anzuschauen, aber bleiben im Kopf.

Fotos: L. Flacke