Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Frankfurt am Main

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Katholische Religion

Verantwortliche/r:
Florian Kavermann

Katholische Religion

Schon kleine Kinder formulieren die großen Fragen des menschlichen Lebens: „Woher kommt die Welt? Hat sie ein Ende? Was kommt nach dem Tod? Wie soll man sich den Himmel vorstellen? In der Jugendphase lauten die Fragen dann z.B.: Was ist Sinn und Ziel meines Lebens? Worin liegt wahres Glück? Was ist gut/böse? Woher kommt das Leid?
Bei der Suche auf überzeugende Antworten stoßen Kinder und Jugendliche auf Menschen und Traditionen mit unterschiedlichen weltanschaulichen und religiösen Einstellungen. Auch wenn man in einer nicht religiösen Familie aufwächst, begegnet man im Alltag vielfältigen religiösen Symbolen, Ritualen und Gebäuden. Religion – gerade in einer globalisierten Welt – prägt unsere Gesellschaft und Kultur nicht weniger als Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Die noch vor einigen Jahren geäußerte Meinung, Religion werde in der modernen Gesellschaft absterben, ja verschwinden, hat sich zweifellos als falsch erwiesen.

Wo nun finden unsere Kinder und Jugendlichen Orientierung in einer Welt, die sich schnell und dramatisch verändert? Wer begleitet sie auf diesem Weg in die Zukunft? Wie vermeidet man unproduktive Fehlformen wie gleichgültige Beliebigkeit einerseits und intoleranten Fanatismus andererseits bei diesem Themenkreis?
Der Religionsunterricht (RU) spielt hier eine wichtige Rolle. Er gibt Raum, die großen andrängenden Fragen nach dem Woher, Wohin und nach dem Warum und Wozu stellen zu können und die Antworten des Glaubens dazu kennenzulernen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich der RU eine dreifache Aufgabe:
Erstens die Vermittlung von strukturiertem und lebensbedeutsamem Grundwissen über den Glauben der Kirche in Vergangenheit und Gegenwart. Über Wissen hinaus will der RU Haltungen fördern, die für den christlichen Glauben prägend sind; es sind dies z.B. Wachheit für letzte Fragen, Lebensfreude, Dankbarkeit für das Leben, Sensibilität für das Leiden, anderer Hoffnung auch über den Tod hinaus.
Zweitens will der RU ermöglichen und vertraut machen mit Formen gelebten Glaubens und Erfahrungen mit Glaube und Kirche. Einerseits werden dabei religiös relevante Erfahrungen aus Familien und Gemeinden aufgenommen und reflexiv weiter erschlossen, andererseits gelingt es auch, nicht kirchlich-traditionell sozialisierten Schülerinnen und Schülern Religion als etwas Interessantes, ja Wichtiges näherzubringen.
Drittens schließlich setzt sich der RU die Förderung religiöser Dialog- und Urteilsfähigkeit zum Ziel. Dabei sollen die aktuellen Zeiterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, die Erkenntnisse weiterer Schulfächer und vor allem die Positionen anderer Weltanschauungen und Religionen in ein wechselseitiges Gespräch gebracht werden. Hierbei geht es auch um die für die Schule und für das Leben grundlegende Fähigkeit, die eigene Perspektive als begrenzte zu erkennen, aus dem Blickwinkel anderer sehen zu lernen und neue Sichtweisen dazuzugewinnen. Perspektivenwechsel und auch -übernahme ist ein zentrales didaktisches Grundprinzip des RU.

Dabei hat der katholische RU einen offenen dreifachen „Adressatenkreis“: Dem gläubigen Schüler will er helfen, sich noch bewusster für diesen Glauben zu entscheiden. Dem suchenden Schüler bietet er die Möglichkeit, die Sinnantworten der Glaubenstradition der Kirche kennenzulernen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Und dem sich als ungläubig verstehenden Schüler ermöglicht er, durch Auseinandersetzung mit einer Gegenposition den eigenen Standort klarer zu erkennen und zu überdenken.

Im RU lernen die Jugendlichen die historischen Wurzeln unserer gesellschaftlichen Werte, die Entwicklung unserer christlich geprägten Kultur kennen. Ohne dieses Wissen kann man die heutige Welt – vor allem in Zeiten der Globalisierung - nicht begreifen. Die Schüler erfahren so auch etwas über Wertvorstellungen und Geschichte weiterer christlicher Konfessionen und anderer Weltreligionen. Auch das ist wichtig, um aktuelles Geschehen weltweit zu begreifen.
Der katholische RU am HvGG versteht sich als konfessionell geprägter RU, der allerdings im Geiste der Toleranz und des Respekts arbeitet. Denn einen Standpunkt zu haben und andere zu respektieren, schließt sich nicht aus. Es ist vielmehr so, dass nur, wer selbst eine eigene Überzeugung hat, diese auch bei anderen respektieren kann.
So fragt der RU auf der Grundlage reflektierter Tradition nach dem Ganzen und nach dem Sinn des menschlichen Lebens und der Welt. Er erörtert die Antworten, die Menschen heute auf diese Fragen geben und die sie in der Geschichte gegeben haben und zeigt dabei Mensch und Welt in ihrem Bezug zu Jesus Christus im Lichte des katholischen Glaubens und Lebens. Auf diese Weise leistet er Hilfe zur verantwortlichen Gestaltung des eigenen wie des gesellschaftlichen Lebens.

Dass dabei die ganze Fülle unserer Existenz zur Sprache kommt, sollen die unten aufgeführten Themenbereiche der einzelnen Jahrgangsstufen des katholischen RU am HvGG zeigen.

Die katholischen ReligionslehrerInnen am HvGG freuen sich auf ein Gespräch darüber.

Insgesamt sollen bei unserer Arbeit nicht nur der Kopf, sondern auch das Herz und alle Sinne angesprochen werden. Deshalb fließen in all unsere Themen viele Aspekte des alltäglichen gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens mit ein. Etwa durch Exkursionen in unsere Stadt Frankfurt mit ihren Kirchen und Gemeinden sowie oftmals religiös geprägten Kunstwerken im öffentlichen Raum, durch alljährliche Besinnungstage in einem Kloster oder mit regelmäßigen ökumenischen Gottesdiensten in der Aula unserer Schule.

Seriöse repräsentative Umfragen der letzten Jahre (etwa: Prof. Bucher, Universität Salzburg) haben gezeigt, dass sich der RU einer großen Relevanz und Beliebtheit bei den Schülerinnen und Schülern erfreut, RU wird als etwas für das eigene Leben Wichtiges eingestuft, den man gerne besucht. Die Religionslehrerinnen und Religionslehrer an unserer Schule versuchen, diesem Anspruch mit großem Engagement gerecht zu werden.

Dr. Gustav Schmiz, OStR, Fachschaft Katholische Religion
(Stand Schuljahr 2015/16)

Die Lehrpläne auf dem hessischen Bildungsserver


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